Neuwagen breit

Der weltweite Ölbedarf wird deutlich ansteigen. Allein in China würden bis 2035 etwa 380 Millionen Fahrzeuge zugelassen, in Indien etwa 140 Millionen. - Bild: dpa

Das teilte die OPEC am Donnerstag in Wien mit. Das Kartell korrigierte deshalb seine Langfrist-Prognose nach oben: Der Ölbedarf weltweit werde 2035 bei 108,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich liegen. Bisher war die Organisation von 107,3 Millionen Barrel ausgegangen. Aktuell liegt er bei rund 90 Millionen Barrel.

Der Bedarf an Öl werde vor allem infolge des Autobooms in China und Indien deutlicher steigen als bisher angenommen, hieß es. Allein in China würden bis 2035 etwa 380 Millionen Fahrzeuge zugelassen, in Indien etwa 140 Millionen. Im nächsten Jahr werde der Öldurst außerhalb der 34 OECD-Staaten erstmals größer sein als innerhalb dieses Bündnisses der hoch entwickelten Länder. So sieht die Opec für Europa kurzfristig eine sinkende Ölnachfrage. Für 2016 wird nun von 12,9 Millionen Barrel am Tag ausgegangen, 700.000 weniger als bisher angenommen.

Autobooms in China und Indien

Der steigende Bedarf in Asien wird laut OPEC hauptsächlich von den Lieferanten aus dem Mittleren Osten gedeckt werden. Auch die Öl-Regionen in Russland, Afrika, Kanada und Lateinamerika könnten sich auf den Mehrbedarf einstellen. Die nötigen Investitionen in die Ölförderung und -verarbeitung erreichen in dem untersuchten Zeitraum bis 2035 die Summe von 7500 Milliarden US-Dollar (5500 Milliarden Euro). Das meiste Geld wird in diesen 20 Jahren in die Förderung fließen.

Unterdessen haben die Öl- und Gaskonzerne den Angaben zufolge ein Nachwuchsproblem. Vier von fünf Energieriesen hätten in jüngsten Befragungen über erhebliche Schwierigkeiten bei Stellenbesetzungen in zentralen technischen Bereichen geklagt. Gründe dafür seien das unzureichende Studienangebot vieler Universitäten auf den für die Konzerne interessanten Wissensfeldern, aber auch der als unattraktiv empfundene Arbeitsplatz sowie ein Imageproblem der Öl-Industrie.

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dpa/Guido Kruschke