Leoni Nürnberg

Mittelfristig sieht sich Leoni vor allem dank der Bordnetz-Geschäfte gut aufgestellt und profitiert davon, dass in den Autos immer mehr Elektronik und damit auch Kabel verbaut werden. - Bild: Leoni

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, legte der Umsatz zwischen Juli und Ende September minimal auf knapp 958 Millionen Euro zu, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um mehr als 30 Prozent auf 36,5 Millionen Euro absackte. Analysten hatten nicht mit einem so starkem Rückgang gerechnet.

Entsprechend vorsichtig blicken einige Experten auf das Schlussquartal. Einen deutlichen EBIT-Rückgang für 2013 auf 170 Millionen Euro hatte Leoni zwar schon zum Jahresausblick in Aussicht gestellt – im Schlussquartal muss der Konzern damit allerdings auf satte 55 Millionen Euro kommen. Weil das Management auch die Umsatzprognose von 3,8 Milliarden Euro bestätigte, werden für das Schlussquartal nur knapp 900 Millionen Euro erwartet.

Experten blicken vorsichtig auf das Schlußquartal

Damit sieht etwa die DZ Bank den Konzern vor einem Spagat: Aus den Zahlen ergebe sich, dass Leoni zwischen Oktober und Ende Dezember zwar den niedrigsten Quartalsumsatz des Jahres einfahren dürfte – daraus aber den mit Abstand höchsten Gewinn vor Zinsen und Steuern ziehen müsse, schrieben die Analysten. Auch die Börse reagierte skeptisch auf die Zahlen: Leoni-Aktien verloren am Morgen mehr als drei Prozent.

Ein Grund für den EBIT-Rückgang sind wie schon in der ersten Jahreshälfte hohe Anlaufkosten für zukünftige Projekte, die den Konzern mittelfristig auf Wachstumskurs halten sollen. Außerdem belastete die Schließung eines Werks in Marokko den Gewinn. Unter dem Strich standen mit 18 Millionen Euro gut 40 Prozent weniger Überschuss als vor einem Jahr.

Schwung gibt vor allem die Bordnetzsparte, in der das Geschäft mit den Autobauern gebündelt ist: Die Abteilung setzte im dritten Quartal knapp drei Prozent mehr um, während das Geschäft mit Drähten und Kabeln weiter schrumpfte. Auch mittelfristig sieht sich Leoni vor allem dank der Bordnetz-Geschäfte gut aufgestellt und profitiert davon, dass in den Autos immer mehr Elektronik und damit auch Kabel verbaut werden.

2016 will der Konzern fünf Milliarden Euro Umsatz machen. Vor allem die steigende Zahl an Hybridantrieben hilft den Nürnbergern. Bei diesen Modellen müssen laut Leoni in einem Auto rund 15 Prozent mehr Kabel eingebaut werden als in einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb.

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dpa/Guido Kruschke