Wissmann VDA breit

Ein ordentliches Automobiljahr geht zur Neige, ein wahrscheinlich stabiles Automobiljahr mit weltweitem Wachstum steht bevor - mit positiven Erwartungen blickt die Autowelt ins kommende Jahr 2014. - Bild: ZDK

Zwar wurden im November in Deutschland noch weniger Pkw neu zugelassen, doch der Weltmarkt soll sich insgesamt positiv entwickeln und die exportorientierten deutschen Autohersteller würden davon profitieren. Für die deutschen Pkw-Neuzulassungen wird eine Stabilisierung erwartet.

Die deutsche Automobilbranche hat im November mit 254.700 Pkw-Neuzulassungen ein Minus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet. Im bisherigen Verlauf 2013 wurden von Januar bis November nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) 2,74 Millionen Pkw neu zugelassen, was einem Minus von fünf Prozent entsprach. Arbeitstäglich bereinigt sei jedoch im November ein Plus von drei Prozent verbucht worden.

“Die langsame Stabilisierung des deutschen Marktes setzt sich also fort”, erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann bei einer Pressekonferenz. 2014 werde der Pkw-Inlandsmarkt rund drei Millionen Neuzulassungen umfassen “und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2013 liegen”, sagte Wissmann voraus. Für 2013 hatte der Verband ursprünglich 2,9 bis drei Millionen Fahrzeuge erwartet.

VDA sieht 2014 als “stabiles Autojahr mit weltweitem Wachstum”

“Ein ordentliches Automobiljahr geht zur Neige, ein wahrscheinlich stabiles Automobiljahr mit weltweitem Wachstum steht uns bevor”, erklärte Wissmann. Global betrachtet sei das Automobiljahr 2013 “durchaus erfreulich” verlaufen. Erwartet würden Steigerungen des Pkw-Weltmarktes um fünf Prozent auf 72,2 Millionen Fahrzeuge in diesem und um 3 Prozent auf 74,7 Millionen im kommenden Jahr. “Abgesehen von Japan rechnen wir damit, dass sich alle relevanten Märkte positiv entwickeln werden”, sagte Wissmann.

Getragen wird das Wachstum nach seinen Angaben von den beiden großen Märkten USA und China: Der US-Markt wachse 2013 voraussichtlich um 7 Prozent auf knapp 15,5 Millionen Light Vehicles und 2014 um weitere 3 Prozent auf 15,9 Millionen. Das Wachstum in China werde 2013 mit 21 Prozent dreimal so hoch sein. Kommendes Jahr werde dieser Markt “mit konservativ geschätzten plus 7 Prozent die 17-Millionen-Marke knacken”. Wissmann sagte 17,1 Millionen Pkw voraus.

Forum 2013 Matthias Wissmann

Matthias Wissmann: "2014 wird der Pkw-Inlandsmarkt rund drei Millionen Neuzulassungen umfassen und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2013 liegen." - Bild: Tobias Bugala

Für den Pkw-Absatz in Westeuropa sah der VDA-Präsident 2013 ein Minus von drei Prozent auf 11,4 Millionen, 2014 aber dann eine Steigerung um 2 Prozent auf 11,6 Millionen. Wissmann nannte dies aber “eine Seitwärtsbewegung” und betonte: “Zehn, elf Millionen sind für Westeuropa kein Normalzustand.” Deshalb werde auch für Westeuropa ein Hochlauf erwartet, allerdings mit geringerer Dynamik als in anderen Regionen. “Die Erholung wird ihre Zeit brauchen,” konstatierte er.

Kritik übte der Verbandspräsident und frühere Bundesverkehrsminister an aus seiner Sicht kostspieligen Entscheidungen der Großen Koalition zum Ausbau des Sozialstaats. “Wir befürchten, dass das in einer überschaubaren Zeit auch Belastungen für den Standort Deutschland erzeugen kann.” Zudem bezeichnete er die geplante Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen als “fragwürdig” und sagte, die Pkw-Maut sei “belastungspolitisch bedenklich und konzeptionell auf dünnem Eis gebaut.”

Den jüngst vereinbarten europäischen Kompromiss zur CO2-Regulierung wertete Wissmann als einen “Schritt in die richtige Richtung”, der ein mildes Phase-in vorsehe und nun auch Gesetzeskraft erlangen werde. “Ich gehe nicht davon aus, dass es hier noch zu Veränderungen kommt”, betonte der VDA-Präsident. Das Auto sah er allerdings zu sehr im Mittelpunkt der Klimaschutzdebatte. “Noch immer fehlt in Europa eine wirkliche Balance zwischen Klimaschutz und vernünftiger Industriepolitik”, warnte er.

Wissmann erwartete zudem ein Ende der “Rabattschlacht” bei den Autohändlern in Deutschland. “Wir sehen eine gewisse Beruhigung”, sagte er. “Ich glaube, dass die Vernunft der Beteiligten, dass es auf Dauer keinen Sinn macht, langsam an Boden gewinnt.”

Alle Beiträge zu den Stichworten Neuwagen Deutschland Europa

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke