Die EU hatte sich jüngst auf strengere CO2-Grenzen und die Einführung eines neuen Testverfahrens

Die EU hatte sich jüngst auf strengere CO2-Grenzen und die Einführung eines neuen Testverfahrens geeinigt. - Bild: Fotolia.

Zuvor hatte die “Financial Times” über Widerstand aus der Branche berichtet. Die Hersteller würden Extrakosten an ihre Kunden weitergeben, erläuterte Acea. Härtere Regeln für Verbrauchstests dürften der Branche die Einhaltung strengerer europäischer Kohlendioxid-Grenzwerte erschweren. Denn mit steigendem Spritverbrauch klettert auch der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Wenn bei den Tests also ein höherer Spritverbrauch gemessen wird, wird auch ein stärkerer CO2-Ausstoß gemessen. Laut Umweltorganisation Transport & Environment pocht die Autolobby auf eine Verzögerung der neuen Regeln bis zum Jahr 2021.

Die EU hat sich jüngst auf strengere Grenzen für den Ausstoß des Treibhausgases CO2 für die meisten Neuwagen ab dem Jahr 2020 geeinigt sowie auf die Einführung eines neuen Testverfahrens. Nach Ansicht von Kritikern nutzen die Firmen Spielräume im aktuellen Verfahren, um künstlich niedrige Verbrauchswerte zu erzielen.

Nach einer Studie des International Council of Clean Transportation (ICCT) vom vergangenen Jahr verbrauchen Autos im Schnitt 25 Prozent mehr Sprit als im offiziellen Verfahren ermittelt. Sie nutzten etwa spezielle verbrauchsfreundlichere Schmierstoffe und Reifen.

Acea verweist darauf, dass die derzeitigen Testverfahren gesetzlich festgeschrieben sind und ein realistisches Bild für Verbrauchsunterschiede ergeben. Grundsätzlich begrüße der Verband die Änderungen aber: Man hoffe, dass veränderte Tests “wirkliche Fahrsituationen” besser widerspiegeln werden.

Ab wann die neuen Regeln gelten werden, bleibt derweil abzuwarten. Die EU-Kommission arbeitet noch an technischen Details und will rechtzeitig fertig werden, damit das neue Verfahren ab September 2017 für Typzulassungen gelten kann und ein Jahr später für Neuwagen. Die endgültige politische Entscheidung liege aber in den Händen der EU-Staaten.

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dpa-AFX/Marina Reindl