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Die Fabrik in Berlin-Brandenburg soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Tesla-Chef Musk twitterte, das Model Y - ein Sportgeländewagen - solle das erste Fahrzeug aus dem Werk sein. Bild: Tesla

| von Tino Böhler

Die Bundesregierung muss nach Ansicht des Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer bei der Förderung der Batterieproduktion umdenken. Nach der Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, bei Berlin eine Fabrik für die Herstellung von Batterien und Elektrofahrzeugen zu bauen, sei zu überlegen, welchen Sinn die eine Milliarde Euro noch habe, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in eine deutsche Lithium-Ionen-Fabrikation stecken wolle.

Auch die geplante Batterieforschungsfabrik in Nordrhein-Westfalen mit 200 Millionen Euro Landesmitteln sei nun zu hinterfragen, meinte Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch (13. November 2019). Dass die Wahl für die europäische Tesla-Fabrik auf Deutschland und Berlin-Brandenburg gefallen sei, nannte Dudenhöffer "überraschend, aber nicht abwegig". Für die Batteriezellproduktion seien Standortfaktoren wie Flächen, Bodenpreise, Infrastruktur und Energiekosten wichtig, "aber natürlich hat Berlin auch Aussagekraft und die passt zu einer Premiummarke wie Tesla".

Die Zahl der Arbeitsplätze in der künftigen Fabrik sollte man nach Einschätzung von Dudenhöffer nicht überschätzten. "Zellfabrikation ist hochautomatisiert. Da zählen Energiekosten deutlich mehr als Arbeitskosten", erläuterte der Autofachmann. Die Fabrik in Deutschland soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Musk twitterte in der Nacht zum Mittwoch (13. November 2019), das Model Y - ein Sportgeländewagen - solle das erste Fahrzeug aus dem Werk sein. Der genaue Standort der Fabrik ist noch nicht bekannt.