Tachometer

Laut Berechnungen der Polizei ist an jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen der Tacho manipuliert. Bild: mitifoto – Fotolia.com

Moderne Technik allein könne Manipulationen beim Kilometerstand nicht verhindern, warnte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag (9. Juli) in Berlin. Bei jedem dritten Gebrauchtwagen in Deutschland wird nach Schätzungen am Tacho gedreht, betonte der Automobil-Club Verkehr (ACV).

Gemeinsam mit dem Verein “Initiative gegen Tachomanipulation” forderte der Autofahrer-Club, dass die Hersteller Tacho-Betrug mit Hilfe von sicheren Computerchips verhindern. Zudem sei eine zentrale Dokumentationsstelle für Kilometerstände notwendig.

Den Ansatz zentraler Kilometer-Datenbanken sieht der ADAC kritisch, da dem Verbraucher eine falsche Sicherheit suggeriert werde. Viele dieser Datenbankeintragungen würden erst mit der ersten Hauptuntersuchung (HU) beginnen, wenn das Fahrzeug drei Jahre alt ist. Kriminelle, die ein Auto manipulieren und dadurch seinen Wiederverkaufswert steigern wollen, könnten beispielsweise vor einer HU den Kilometerstand des Pkw gezielt verändern. Das Ergebnis mit dem vermeintlich echten Kilometerstand bekämen sie dann mit der HU sogar noch “amtlich” bestätigt.

Dagegen fordert der ADAC einen besseren technischen Manipulationsschutz direkt im Auto. Der Automobilclub wirft den Herstellern vor, zu wenig gegen Tachobetrug zu unternehmen oder sogar absichtlich Sicherheitslücken in den Systemen zu lassen, um so die Tachos von Neufahrzeugen, die Probefahrten im Werk absolvieren, wieder selbst auf Null stellen zu können.

Mit einem geschönten Kilometerstand lassen sich Gebrauchtwagen teurer verkaufen. Der Autoclub schätzt den entsprechenden wirtschaftlichen Schaden auf sechs Milliarden Euro pro Jahr. “Wenn durch veränderte Tachostände Service-Intervalle verlängert werden, ist das auch ein Sicherheitsrisiko”, warnte der ACV-Vorsitzende Lars Wagener.

Die Industrie sieht sich beim Manipulationsschutz im ständigen Wettlauf mit Tacho-Betrügern, die schnell auf die neueste Technik im Auto reagierten. Der VDA fordert, den Besitz und Verkauf von Geräten unter Strafe zu stellen, mit denen sich am Tacho drehen lässt.

dpa/ks

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