Smog über Peking

Durch Zulassungsbeschränkungen und Offensiven bei der Elektromobilität will China den Smog in chinesischen Großstädten verringern. Bild: alephnull – Fotolia.com

Im September rollten 1,7 Millionen Fahrzeuge im Reich der Mitte aus den Autohäusern, das Verkaufsplus lag damit bei 6,4 Prozent. Im August hatte das Wachstum noch 8,5 und im Juli sogar 9,7 Prozent erreicht, wie aus Daten des chinesischen Verbands der Autohersteller hervorgeht.

Autohersteller werden derzeit von zwei Seiten in die Zange genommen. Die Konjunktur in China wächst nicht mehr so rasant wie in der Vergangenheit. Hinzu kommt der kartellrechtliche Druck der Regierung auf die Autohersteller wegen angeblich überhöhter Preise.

Einige Fahrzeugbauer mussten jetzt sogar schon fallende Verkaufszahlen hinnehmen. Ford verkaufte im weltweit größten Automarkt 4 Prozent weniger Fahrzeuge. Es ist der erste Rückgang in mehr als zwei Jahren. Nissan verzeichnete einen Einbruch um ein Fünftel. Der japanische Hersteller hatte schon in den beiden Vormonaten unter einem Käuferstreik gelitten.

Auch die Zulassungsbeschränkungen drücken die Zahl der Fahrzeugverkäufe. Mit den Restriktionen will die chinesische Regierung Staus und Luftverschmutzung reduzieren. Ab Anfang nächsten Jahres treten strengere Abgasvorschriften für Diesel in Kraft, was ältere Modelle weniger attraktiv macht.

Da größere Infrastrukturprojekte in China zurückgehen, verringert sich die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen, hinzu kommt eine Reihe von Anti-Trust-Untersuchungen. Dagegen stützt die lokale Nachfrage nach Pkw weiterhin den Fahrzeugmarkt.

Die Analysten von IHS erwarten für China in diesem Jahr einen Anstieg des Umsatzes mit “leichten Fahrzeugen” (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) um 8,9 Prozent auf 23 Millionen Einheiten. Chinas BIP soll im gleichen Zeitraum um 7,5 Prozent steigen.

Im Juli dieses Jahres hatte die chinesisch Herstellervereinigung ihre Prognose für das Umsatzwachstum für 2014 von 10 Prozent auf 8 Prozent heruntergeschraubt.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern China Automarkt

Dow Jones Newswires/IHS/ks