AUTOMOBIL FORUM Graz 2010

AUTOMOBIL FORUM Graz 2010

Mercedes machte sich bereits in den 1970er-Jahren – auch ölkrisenbedingt – erste Gedanken über Mobilität der Zukunft sowie über Kleinwagen und Micro-Cars. Daraus ist die Idee des Smart geboren worden.

Pitt Moos, Produktmanager smart electric drive, sieht das Unternehmen bis heute mit dem Smart  allein auf weiter Flur und gut aufgestellt. Er meint augenzwinkernd: “So verrückt wie wir ist keiner”.

2007 war quasi ein Neustart für die Marke, denn vorher sprach fast niemand über CO2, heute sind die Kohlendioxid-Emissionen, insbesondere von Autos, in aller Munde, und Smart stellt mit dem fortwo seitdem den CO2-Champion.

Wenn man Metropolregionen wie etwa Tokio, London oder New York aktuell anschaut, dann haben dort viele junge Menschen heute selten ein Auto, viele machen sogar noch nicht einmal mehr einen Führerschein, denn sie sind zunehmend überzeugt, kein eigenes Auto mehr zu benötigen. Aber nach dem Flottengeschäft zielt die Smart-Strategie zur künftigen Mobilität auch darauf, diese als Fahrer – Führerschein vorausgesetzt – zu gewinnen, allerdings nicht als Käufer, sondern eben als Nutzer.

Positive Flottenresultate treiben die Entwicklung weiterer Generationen – bis hin zur Großserie

Mittlerweile sind von der zweiten Generation des E-Smart (smart fortwo electric drive) über 1.500 Einheiten in den wichtigen Märkten unterwegs, davon 385 allein in Deutschland, 300 in Nordamerika (USA/Kanada) und knapp 190 in Großbritannien.

Ab 2007 stellte Smart in London Kunden deshalb die ersten rund 100 Elektro-Smarts zur Verfügung: Damals wollten die Kunden laut Erkenntnissen von Moos die Fahrzeuge noch aus sehr rationalen Gründen wie etwa zur Reduktion des eigenen Footprints, also zur Verringerung der CO2-Emissionen, Kyoto-Protokoll-Erfüllung, grünes Bewusstsein usw. Mittlerweile erhält Moos als zentrale Kunden-Rückmeldung zum E-Smart folgende Reaktion, nämlich die Aussage: “It is fun to drive”.

Auch aus diesen Gründen – nämlich ein Lächeln in die Gesichter der Nutzer zu zaubern – startet ab 2012 die Serienproduktion der dritten Generation des E-Smart mit Bosch-Unterstützung und Daimler-Batterien  für Flotten- und private Nutzer in einer mindestens fünfstelligen Stückzahl. 2014 soll dann bereits die nächste Generation mit Renault-E-Motoren und neuen Batterien von Daimler folgen.

Inzwischen bietet Smart mit Car2go in Ulm und künftig in Hamburg eine flexibile Mobilitätslösung: Dort kann man über minutengenaue Abrechnung ein Fahrzeug in der Stadt bewegen, wenn  man es braucht, ohne es zu kaufen. In Ulm sind inzwischen bereits 20.000 Bewohner beteiligt, die nach einmaliger Registrierung via Chip auf dem Führerschein, eins der mittlerweile 200 verfügbaren Fahrzeuge überall nutzen können. Und die Nutzer können das Fahrzeug nach Gebrauch an jedem regulären Parkplatz wieder abstellen.

Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange: Künftig wird das Smart-Mobilitätskonzept nicht nur aus E-Smarts bestehen, sondern auch um E-Scooter und E-Bikes in den Städten ergänzt werden, davon ist Pitt Moos überzeugt. Die Konzepte sind jüngst in Paris präsentiert worden und stießen auf überwältigende Kundenresonnanz.

Das 12. AUTOMOBIL FORUM Graz – der Jahreskongress der europäischen Automobilhersteller und Zulieferer – findet vom 27. bis 28. Oktober 2010 in der Steiermark statt. Die Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Motto: ‘Die Zukunft der Automobilindustrie in Europa – Von der Produktion zum Kunden’.

Andreas Gottwald