Total Cost Leadership, auch bei Simmerringen, ist essentiell: Claus Möhlenkamp, Freudenberg

Total Cost Leadership, auch bei Simmerringen, ist essentiell: Claus Möhlenkamp, Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik auf dem Grazer AUTOMOBIL FORUM 2010.

Am Beispiel eines Freudenberg Produkt-Klassikers, dem Simmerring bzw. Wellendichtring, zeigt der Vorsitzende der Geschäftsleitung Dichtungs- und Schwingungstechnik im Weinheimer Konzern, wie man Kosten und Technologieführerschaft vereint. Dafür muss man schlicht permanent die Kostenseite optimieren und zugleich innovativ bleiben.

Freudenberg stütze sich dabei klassisch auf den so genannten ‘Stage-Gate’-Prozess, um eine frühstmögliche Identifikation von Trends zu gewährleisten sowie Entwicklungen so zu fokussieren, ohne Kapital in nicht-erfolgreichen Projekten zu binden, wie Möhlenkamp erläutert.

Dazu wird etwa in der Entwicklung des Simmerrings permanent auch der Kundenzusatznutzen erhöht, etwa durch Sensorintegration, also indem neue Funktionalitäten integriert oder bestehende verbessert werden. Und das muss letztendlich im Marketing auch richtig umgesetzt, das heißt, dem Kunden die Vorteile einfach und deutlich kommuniziert werden, erklärt Möhlenkamp den Freudenberg-Weg auf dem Grazer AUTOMOBIL FORUM. Nur so lassen sich ‘Total Cost Leadership’ erreichen und halten, davon ist Möhlenkamp überzeugt.

Eine Freudenberg-Entwicklung beispielsweise, der integrierte Montageschutz für Wellendichtringe, reduziert heute die meisten Montagefehler, denn der fehlerhafte Einbau war zuvor in der Regel für fast die Hälfte aller Defekte im Lifecycle des Produkts verantwortlich. Dies konnte bei Freudenberg mit der Innovation zum Nutzen der Kunden fast gänzlich abgestellt werden.

Es muss nicht immer Asien sein

Trotz steigendem Druck auf Kundenseite sind auch exogene Faktoren zunehmend relevant, etwa Lohn-, Energie- oder Rohstoffkosten. Diese Kosten zu kontrollieren, mache laut Möhlenkamp aber selbst ohne den äußeren Druck Sinn, denn nur so kann man die “eigene Profitabilität nach vorne zu bringen”.

Dabei muss man nicht immer der Karawane nach Asien folgen, auch Europa sei wettbewerbsfähig. Innovation sieht Möhlenkamp als einen wichtigen Weg dafür. Sie hilft Kosten zu senken. “Wir müssen Opportunitätskosten und den Mehrwert des Produkts immer im Auge behalten”, so Möhlenkamps Fazit.

AUTOMOBIL FORUM Graz: Rund 200 Teilnehmer, Manager und Spezialisten der OEMs und ihrer Lieferanten, sind auch 2010 wieder in der Steiermark. - Bild: APR/Schiffer

Das 12. AUTOMOBIL FORUM Graz – der Jahreskongress der europäischen Automobilhersteller und Zulieferer – findet vom 27. bis 28. Oktober 2010 in der Steiermark statt. Die Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Motto: ‘Die Zukunft der Automobilindustrie in Europa – Von der Produktion zum Kunden’.

Andreas Gottwald