Sieht die Standortsicherheit von Magna Styr auch durch die jüngst gewonnenen Neuaufträge

Sieht die Standortsicherheit von Magna Styr auch durch die jüngst gewonnenen Neuaufträge gewährleistet: der neue Magna-Europa-Chef und Verantwortliche von Magna Steyr: Günther Apfalter

“Die Magna-Fertigung in Graz hat eine Zukunft”, lautet das Vorabfazit des neuen Europa-Chefs und Nachfolgers von Siegfried Wolf im Magna-Konzern. Nicht nur weil man bei Steyr mit Klassikern wie der Mercedes G-Klasse schon seit fast 30 Jahren im Geschäft ist, auch weil die rund 16.000 Magna-Mitarbeiter nun wieder neue Modelle wie Mini Countryman oder den Peugeot RCZ baut.

“Wir kriegen einen Auftrag, wenn ein Kunde eine Abwicklung aus Kapazitätsgründen nicht leisten kann oder will”, erklärt Apfalter das Geschäftsmodell des Auftragsfertigers. Magna folge zudem den Kunden weltweit – auch aus einem europäischen Standort in Österreich, aber eben im Fall der Fälle auch nach Mexiko oder China.

Als Megatrends macht der Europa-Chef die Begrenztheit der Rohmaterialien aus, ebenso das sich verändernde globale Bevölkerungsprofil (Stichwort Überalterung in den industrialisierten Staaten, junge Bevölkerungspyramiden in den Emerging Markets), Umweltverschmutzung und diese begrenzende gesetzliche Normen. Aber auch das sich ändernde Kundenverhalten, der Wunsch nach Low-Cost-Fahrzeugen, die Verschiebungen bei der urbanen Mobilität und neue Materialentwicklungen beeinflussen die Zukunft der Branche.

Neue Mitspieler, etwa Batterie- und Infrastruktur-Provider und damit verbunden so genannte “neue OEMs”, neue Technologien wie Leichtbau, Elektrifizierung oder CO2-Reduktion führen zu veränderten Anforderungen. Dies führe aus Magna-Sicht einerseits zu einer Verschiebung beim Marktwachstum in Richtung Osten/Asien sowie mittelfristig auch dazu, dass chinesische Fahrzeuge – ähnlich wie vormals solche von japanischen und südkoreanischen Anbietern – künftig auch im Westen angeboten und auch gekauft werden.

Die Herausforderungen für Magna am Standort Steyr heißen vor allem den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit bei zunehmend niedrigeren Volumina, die gleichzeitige Reduktion der Komplexität, aber ebenso Aspekte wie Kosten und Preise, sowie zudem Mitarbeiterqualifikationen zu gewährleisten. Dazu gehören laut Apfalter auch unbedingt Managementfähigkeiten, sprich Projektleitungsfähigkeit. Es gilt zudem, Märkte schneller zu durchdringen und Entwicklungsleistungen global anbieten zu können.

AUTOMOBIL FORUM Graz: Rund 200 Teilnehmer, Manager und Spezialisten der OEMs und ihrer Lieferanten, sind auch 2010 wieder in der Steiermark. - Bild: APR/Schiffer

Das 12. AUTOMOBIL FORUM Graz – der Jahreskongress der europäischen Automobilhersteller und Zulieferer – findet vom 27. bis 28. Oktober 2010 in der Steiermark statt. Die Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Motto: ‘Die Zukunft der Automobilindustrie in Europa – Von der Produktion zum Kunden’.

Andreas Gottwald