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Die nachlassende Wirtschaftsleistung in Deutschland trifft vor allem die Autobranche hart. Zwei von drei Unternehmern im Mittelstand sind inzwischen mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden.

| von Jonas Rosenberger

Die Stimmung in der Automobilindustrie trübt sich deutlich ein. So sind nur noch 31 Prozent der Unternehmen zufrieden mit ihrer Geschäftslage. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 46 Prozent, 2018 waren es sogar 67 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse des „Mittelstandsbarometers“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, die seit 2004 durchgeführt wird. Für die Untersuchung wurden 1.500 mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 20 Millionen und einer Milliarde Euro in ganz Deutschland befragt.

Die schwierige Lage der Autoindustrie spiegele sich auch in der Entwicklung der Beschäftigungszahlen wider. Der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauen wollen, sei mit 18 Prozent so groß wie in keiner anderen Branche, heißt es in der Studie. Nur fünf Prozent wollen ihre Belegschaft vergrößern. Außer in der Autobranche sollen in den kommenden sechs Monaten in allen Branchen mehr neue Stellen entstehen als wegfallen. „Ein Stellenabbau im größeren Stil ist nur in der Autobranche zu erwarten. In anderen wichtigen Branchen werden hingegen weiterhin neue Stellen geschaffen“, sagt Michael Marbler, Partner bei EY.

Die Schwäche der Leitbranchen Autoindustrie und Maschinenbau ziehe zunehmend auch angrenzende Branchen in Mitleidenschaft. „Auch wenn von einer flächendeckenden Krise derzeit noch keine Rede sein kann, sollte die weltweite Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands durch eine integrierte Wirtschafts-, Steuer- und Industriepolitik gestärkt werden“, so Marbler.

Schlechter geworden ist die Stimmung auch im Maschinenbau und der chemischen Industrie. Deutlich besser hingegen geht es Bauunternehmen und der Elektronikbranche. In beiden Fällen sind rund 70 Prozent der Mittelständler mit ihrer Geschäftsentwicklung zufrieden.

Getrübte Aussichten


Wegen der nachlassenden Wirtschaftsleistung bezeichnet inzwischen jeder zehnte Mittelständler die eigene Geschäftslage als schlecht oder eher schlecht. Noch vor einem Jahr waren es nur drei Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die uneingeschränkt zufrieden sind, sank gleichzeitig von 65 auf 57 Prozent. Fast jeder dritte Mittelständler rechnet mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland. Dass sich die Konjunktur positiv entwickeln wird, glauben derzeit nur 21 Prozent.

Die Stimmung wirke sich auch auf die Bereitschaft aus, Investitionen zu tätigen und neue Kräfte einzustellen, so die Studienautoren. Insgesamt gebe es jedoch weiterhin mehr investitions- und einstellungswillige Unternehmen als umgekehrt. Bei den offenen Stellen sind vor allem IT-Spezialisten, Buchhalter, sowie Fachkräfte im Bereich Forschung und Entwicklung nachgefragt.

„Die Stimmung in weiten Teilen des deutschen Mittelstands ist trotz der schwierigen Wirtschaftslage bemerkenswert gut“, sagt EY-Partner Marbler„In einigen Branchen – vor allem in der Autobranche und dem Maschinenbau – haben die Unternehmen in den Krisenmodus umgeschaltet. Bei der Mehrzahl der übrigen Unternehmen laufen die Geschäfte aber nach wie vor gut bis sehr gut.“

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