Autonomes Fahren, Mercedes-Benz USA

Mit Testfahrten in Kalifornien will Mercedes-Benz seinen autonom fahrenden Autos auch amerikanische Verkehrsregeln beibringen. Bild: Daimler

Seit 16. September 2014 schreibt der US-Bundesstaat diese Genehmigung durch den Gesetzgeber vor. “Mit der Genehmigung durch den US-Bundesstaat Kalifornien haben wir nun die Möglichkeit, das autonome Fahren auch in den USA auf eine neue Stufe zu stellen”, betont Daimler-Vorstandsmitglied Thomas Weber, verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. “Durch neue Forschungsaktivitäten wollen wir das Thema speziell in den USA voranbringen, denn das Verkehrssystem in den USA unterscheidet sich in vielen Punkten von dem in Deutschland. Die Erkenntnisse, die Mercedes-Benz hierdurch gewinnt, tragen dazu bei, das autonome Fahren technologisch signifikant weiterzuentwickeln”, so Weber weiter.

Die Unterschiede sind gravierend: Während man in Deutschland häufiger auf engen Straßen unterwegs ist, sind diese in den USA oftmals breiter und haben auch mehr als sechs oder sogar acht Spuren. Ampeln sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite angebracht, es gibt zahlreiche Einfädelsituationen, und bei einem sogenannten 4-Way-Stop darf derjenige zuerst fahren, der als Erster an die Kreuzung kommt.

“Alles Situationen, die wir so in Deutschland nicht haben”, erläutert Axel Gern, Leiter Autonomes Fahren bei Mercedes-Benz Research and Development North America, Inc. (MBRDNA). “Und deshalb müssen wir diese Situationen unseren Forschungsfahrzeugen hier in den USA beibringen.” Diese werden künftig nahezu jeden Tag auf der Straße getestet. Wie bereits bei den Testfahrten in Deutschland sind auch diese Forschungsfahrzeuge von Mercedes-Benz in den USA aktuelle Modelle der S- und E-Klasse.

Die autonomen Testfahrten werden von speziell geschulten Testfahrern absolviert, denn Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer schreiben nicht nur die strengen Vorgaben des “Department of Motor Vehicles” (DMV) in Kalifornien vor, sondern sie steht auch bei Mercedes-Benz an erster Stelle. Dazu sind die Testfahrzeuge besonders ausgerüstet: Der Fahrer muss deutlich erkennen, wenn das Auto im autonomen Fahrmodus ist und diesen jederzeit übersteuern können; darüber hinaus muss der Wagen zu jedem Zeitpunkt selbständig anhalten können.

“In Deutschland haben wir bereits mit der Bertha-Benz-Fahrt im August 2013 bewiesen, dass es technisch möglich ist, im komplexen Stadt- und Überlandverkehr autonom zu fahren”, so Thomas Weber. “Mit den Testfahrten in Kalifornien erweitern wir nun den Horizont für unsere Forschungsfahrzeuge, in dem wir ihnen auch amerikanische Verkehrsregeln beibringen.”

Daimler/ks