Die Produktion der Autobauer läuft wieder auf Hochtouren. (Bild: VW)

Die Produktion der Autobauer läuft wieder auf Hochtouren. (Bild: VW)

Was  die Autoverkäufe angeht, ist die Welt zweigeteilt: Während in China, Russland, Brasilien und selbst in den USA die Autoverkäufe rasant zulegten, geht es in Europa auch im November nicht so richtig voran. Trotzdem gibt es einen leichten Hoffnungsschimmer. Für allem zwei “Patienten” haben Lebenszeichen von sich gegeben.

Der Trend ist unverändert. Während in China, Russland, Brasilien und selbst in den USA die Autoverkäufe rasant zulegten, spürten die Händler in Europa auch im November die Flaute. Nachdem Abwrackprämien in zahlreichen europäischen Ländern zu Jahresbeginn noch einen Einbruch verhindert hatten, setzte nach ihrem Auslaufen im Sommer der Katzenjammer ein. Nach stärkeren Einbrüchen im Herbst folgt nun jedoch die gute Nachricht: Der Nachfrageschwund hat sich zum Jahresende verlangsamt.

Im vergangenen Monat verkauften die Autohäuser in den 27 Staaten der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz mit 1,1 Millionen Neuwagen knapp sieben Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Europäischen Autohersteller (ACEA) am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Im bisherigen Jahresverlauf sei das durch Abwrackprämien hohe Vorjahresniveau mit 12,7 Millionen Autos um gut fünf Prozent verfehlt worden.

Verantwortlich für den Rückgang der Verkaufszahlen in Europa sei unter anderem das Minus auf dem größtem Automarkt Deutschland gewesen, wo die Neuzulassungen zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen im November um sechs Prozent niedriger ausfielen als im Vorjahresmonat. Damals hatte die Verschrottungsprämie noch für ein Zulassungsplus von einem Fünftel gesorgt, was die Statistik nun stark verzerrt.

In Italien führte das Ende des Staatszuschusses laut dem Verband zu mehr als einem Fünftel weniger Autoverkäufen. In Frankreich betrug das Minus vergangenen Monat demnach elf Prozent. In Großbritannien seien im November zwölf Prozent weniger Autos verkauft worden. In Spanien sanken die Neuzulassungen nach ACEA-Angaben um gut ein Viertel.

Der Einbruch traf zuletzt bis auf Opel und die Schwestermarke Vauxhal fast alle Massenhersteller: Volkswagen brachte im November den Angaben zufolge fünf Prozent weniger Golf, Audi, Seat und Co an die Kunden. Bei Toyota hielten sich die Kunden nach der Qualitätsdebatte weiter zurück – minus 20%. Die französische PSA habe ein Zehntel weniger Peugeot und Citroen verkauft. Ford büßte demnach 15 Prozent ein, Fiat 24 Prozent, Honda 17 Prozent und der VW-Partner Suzuki zwölf Prozent.

Dem Abwärtstrend hätten sich im November neben Opel mit einem Plus von sieben Prozent vor allem die Premiumhersteller entziehen können. Daimler verkaufte laut ACEA europaweit knapp drei Prozent mehr Mercedes-Benz und Smart, der Münchener Rivale gar 19 Prozent mehr BMW und Mini. Zu den Ausnahmen habe aber auch Mitsubishi mit 71 Prozent mehr verkauften Autos gehört.

Während die Kunden in Europa nur zaghaft in die Autohäuser zurückkehrten, lief es anderenorts erfreulicher. In Russland ließ die im März eingeführte Abwrackprämie die Verkäufe im November um 80 Prozent steigen, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin mitteilte. Trotz eines Anstiegs um 28 Prozent im laufenden Jahr hat der russische Markt aber noch nicht wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Im Jahr 2009 waren die Verkäufe in Russland um die Hälfte eingebrochen. Auch in der Türkei freuten sich die Händler über rege Geschäfte: Im November haben sich die Autoverkäufe im Vorjahresvergleich mehr als verdreifacht. In den USA sind trotz des gebremsten Wirtschaftsaufschwungs 17 Prozent mehr Autos und Pick-Ups verkauft worden.

In China zogen die Verkaufszahlen mit knapp einem Drittel zum Jahresende erneut an, wie der VDA erklärte. Viele schlagen beim Autokauf noch schnell zu, bevor der staatliche Zuschuss und der Steuervorteil voraussichtlich zum Jahresende auslaufen. In Indien setzte sich der Wachstumskurs mit einem Plus von mehr als einem Fünftel laut VDA fast ungebremst fort. In Japan hat das Ende der staatlichen Unterstützung dagegen für einen Einbruch um 30 Prozent gesorgt. Nachdem das Geschäft in Brasilien nach dem Auslaufen des staatlichen Konjunkturprogramms zunächst etwas abgeflaut war, hat es im November wieder deutlich um 31 Prozent angezogen.

Dow Jones Newswires