Opel-CEO Karl-Thomas Neumann und GM-Chefin Mary Barra.

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Opel-CEO Karl-Thomas Neumann und GM-Chefin Mary Barra. Bild: Opel

Eine mögliche Übernahme würde PSA und Opel/Vauxhall - aufgrund der sich ergänzenden Stärken beider Unternehmen - in die Lage versetzen, ihre Positionen auf dem sich rasch verändernden europäischen Markt zu verbessern, schrieb Barra in dem Brief, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zuvor hatte die "Allgemeine Zeitung Mainz" darüber berichtet. "Wir würden alles daran setzen, bei der Transaktion sicherzustellen, dass die Interessen aller Beteiligten gewahrt werden", schrieb Barra.

Zusammen mit dem Opel-Aufsichtsratsvorsitzenden Dan Ammann wollte sich Barra am Mittwoch zu Gesprächen am Stammsitz des Autobauers in Rüsselsheim treffen. Es seien anschließend keine Stellungnahmen geplant, sagte ein Opel-Sprecher. Einem Bericht des "Manager-Magazins" zufolge könnte es zudem um eine neue Elektro-Strategie gehen. Opel wollte dies nicht kommentieren.

PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten in Europa zusammen und waren zwischenzeitlich auch auf der Kapitalseite miteinander verbunden. Bei einer Übernahme würde PSA zum größten Autoproduzenten in Europa hinter Volkswagen aufsteigen.

Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Traditionsunternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und 1929 vom US-Konzern General Motors übernommen. Opel hat in Deutschland Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern.

Nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer stehen im Falle einer Übernahme von Opel durch PSA Tausende Jobs auf dem Spiel. Vor allem am Stammsitz Rüsselsheim könnten zentrale Einheiten verkleinert oder ganz abgebaut werden, weil ihre Aufgaben im Konzern übernommen werden könnten. Betroffen wären etwa der Einkauf, der Vertrieb, das Marketing sowie Teile des Entwicklungszentrums. Mindestens ein Drittel der rund 15.000 Jobs in Rüsselsheim stünde bei einer Übernahme zur Disposition.

dpa

 

Dudenhöfer: Auch bei Nicht-Verkauf – „Opel bleibt nicht Opel“

Ferdinand Dudenhöffer ist Direktor des CAR-Instituts
Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts: "Sollte der Verkauf an Peugeot-Citroen nicht gelingen leidet die Marke länger."

Sollte der Verkauf von Opel an PSA-Peugeot-Citroen nicht zustande kommen, bliebe Opel laut Ferdinand Dudenhöffer eine "lame duck": "Der Werbeslogan 'Umparken im Kopf' wird zum 'Angekommen in der Realität'. Das öffentliche Renommee, mühsam aufgebaut, bleibt zu großen Teilen auf der Strecke."

Laut Dudenhöffer signaliesieren die Verkaufsverhandlungen, dass Opel kommt nicht aus den Problemen rauskommt und sich GM daher trennen will: "Wer kauft schon gerne eine Marke, die Probleme hat. Wer kauft ein langlebendes Produkt, wie ein Auto, bei dem man nicht genau weiß, wie die Zukunft der Marke aussieht", fragt sich Dudenhöffer in einer offiziellen Stellungnahme. Das könne man nicht so leicht mit einem neuen Werbespruch übertünchen.

Opel kann seine alten Probleme nicht lösen und die Kunden haben in solchen Dingen ein Elefantengedächtnis, meint der Automobilexperte: "Also muß man Kunden mit noch höheren Rabatten, mit noch höheren Eigenzulassungen locken. Also wird die Gewinnschwelle noch schwieriger. Also müssen weitere Restrukturierungen angestoßen werden. Sollte der Verkauf an Peugeot-Citroen nicht gelingen leidet die Marke länger." Auch, wenn Opel im Konzern bleibt, hätte die GM-Tochter keine leichte Zukunft. "Man wir also alles daran setzen, den Deal zu machen."