Martin Winterkorn

Martin Winterkorn: Auch im ersten Quartal 2011 war Volkswagen großartig unterwegs. - Bild: Volkswagen

Allerdings dürfte es dem Unternehmen schwer fallen, die ohnehin schon hohen Erwartungen zu übertreffen, sagt Analyst Daniel Schwarz von der Commerzbank. Schon bei der Vorstellung der Bilanz des vergangenen Jahres Mitte März hatte Konzernlenker Martin Winterkorn ein gutes erstes Quartal in Aussicht gestellt. Das im Dax notierte Unternehmen legt am 27. April die Geschäftszahlen für das erste Quartal vor.

Die sieben von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen für den Zeitraum von Januar bis März mit einem Umsatzplus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 33,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis dürfte sich von 848 Millionen auf 2,2 Milliarden Euro vervielfacht haben. Unter dem Strich erwarten die Experten 1,8 Milliarden Euro, nach 473 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Daraus ergibt sich ein Ergebnis von 3,30 Euro je Aktie.

Alle Marken dürften sich zum Vorjahr verbessert haben, wenngleich die spanische Tochter Seat und der britische Luxushersteller Bentley wohl in der Verlustzone verbleiben. Zugute kommt dem Konzern seine weltweite Aufstellung. In den Monaten von Januar bis März stiegen die Auslieferungen getrieben von der anhaltend starken Nachfrage auf dem größten VW-Markt China um knapp 14 Prozent auf 1,97 Millionen Wagen. Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen Steigerungen bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis an. Wie üblich hat sich das VW-Management nicht konkreter festgelegt.

Jenseits der Zahlen erwarten die Analysten von der spanischen Bank Santander Aussagen zu möglichen Produktionseinschränkungen durch mangelnde Zulieferteile infolge des Erdbebens in Japan. Bislang war VW glimpflich davongekommen und könnte so schon im laufenden Jahr am Weltmarktführer der vergangenen Jahre Toyota vorbeiziehen. Damit blieben die Wolfsburger der bisherigen Nummer zwei, dem US-Autobauer General Motors (GM), auf den Fersen. Der japanische Autobauer Toyota muss wegen Lücken in der Zulieferkette seine Produktion weltweit drosseln und erwartet erst zum Jahresende eine Normalisierung. VW hat sich vorgenommen, bis 2018 zum Weltmarktführer aufzusteigen und spätestens dann zehn Millionen Autos verkaufen. Im vergangenen Jahr kamen die Wolfsburger auf 7,3 Millionen ausgelieferte Wagen.

Weiter spannend bleibt auch die Entwicklung bei den Beteiligungen des Konzerns. Nach der erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung bei Porsche erwarten Beobachter nun neue Aussagen zum Zeitplan eines möglichen Zusammenschlusses der beiden Unternehmen. Nachdem die Schuldenproblematik bei Porsche als weitgehend gelöst gelten kann, bleiben als Hürden die juristischen Auseinandersetzungen um das frühere Porsche-Management sowie ungeklärte steuerliche Fragen.

Wegen der ebenfalls unklaren juristischen Situation bei der früheren MAN-Tochter Ferrostaal dümpeln die Pläne eines engeren Zusammenrückens der VW-Tochter Scania mit dem Münchner Dax-Konzern derzeit vor sich hin. Zudem gibt es neue Gerüchte um eine mögliche VW-Partnerschaft mit dem asiatischen Nutzfahrzeughersteller Isuzu. Als neuer Posten in der VW-Bilanz wird erstmals die Anfang März von Porsche übernommene Salzburger Vertriebsholding auftauchen. Die als hochrentabel geltende Handelsorganisation soll schon in diesem Jahr positiv zum Ergebnis beitragen.

dpa-AFX/Guido Kruschke