• Farberkennungs-Genies unter sich: Uwe Künzler (links) und Marcel Haug im globalen Bemusterungszentrum von Mercedes-Benz. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Farberkennungs-Genies unter sich: Uwe Künzler (links) und Marcel Haug im globalen Bemusterungszentrum von Mercedes-Benz. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Wer 77 Chips folgerichtig in zwei Minuten sortiert, hat die Fähigkeit zur Farbbemusterung. Das ist wichtig, denn es entscheidet der Mensch. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Wer 77 Chips folgerichtig in zwei Minuten sortiert, hat die Fähigkeit zur Farbbemusterung. Das ist wichtig, denn es entscheidet der Mensch. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Allein bei Felgen gibt es von Mercedes-Benz 21 unterschiedliche Farbvarianten. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Allein bei Felgen gibt es von Mercedes-Benz 21 unterschiedliche Farbvarianten. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Auch in den verborgenen Bereichen von Bauteilen untersuchen die Experten im GPEC feinste Farbnuancen. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Auch in den verborgenen Bereichen von Bauteilen untersuchen die Experten im GPEC feinste Farbnuancen. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Farbreihe des sogenannten Munsell-Tests. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Farbreihe des sogenannten Munsell-Tests. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Den Vorgang einer Bemusterung im Interieurbereich erläutert Uwe Künzler anhand eines S-Klasse-Innenlebens; rechts Manfred Rath, Leiter des GPEC. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Den Vorgang einer Bemusterung im Interieurbereich erläutert Uwe Künzler anhand eines S-Klasse-Innenlebens; rechts Manfred Rath, Leiter des GPEC. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Genau hingeschaut: Farbexperten Clarissa Cafisso, Marcel Haug im Willing Lichstudio. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Genau hingeschaut: Farbexperten Clarissa Cafisso, Marcel Haug im Willing Lichstudio. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

  • Frank Ebenroth, Meister in der Farbbemusterung, erläutert  Klaus Zehender, Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, Einkauf und Lieferantenqualität, die Farbbemusterung. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

    Frank Ebenroth, Meister in der Farbbemusterung, erläutert Klaus Zehender, Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, Einkauf und Lieferantenqualität, die Farbbemusterung. Bild: Klaus Hepp/Mercedes-Benz

Um genau zu sein heißt die auf dem Areal des Werks Sindelfingen untergebrachte Abteilung GPEC. Das steht für Global Parts Evaluation Center und kommt dem Spezialauftrag, der hier im Auftrag der Qualitätsabsicherung geliefert wird auch deutlich näher, als das schlappe „Bemusterung“. 60.000 Teile aus den Materialgruppen Rohbau, Interieur, Exterieur, Fahrtechnik Elektrik/Elektronik werden hier auf Herz, Nieren und die Qualitätsstandards von Mercedes geprüft: Getrieben von Klaus Zehender, Bereichsvorstand bei Mercedes-Benz Cars und in dieser Funktion nicht nur oberster Wächter sondern auch Einforderer für die Lieferantenqualität, ist Mercedes – laut eigenen Angaben – „der erste Automobilhersteller“, der sich nun anschickt, auf Basis bestehender VDA-Methoden einen Reifegradabsicherungsprozess für Software aufzusetzen. Für Zehender ein elementarer Punkt, den Anspruch absoluter Spitzenqualität auf die bei Daimler unter dem Begriff CASE definierten Zukunftsfelder auszurollen. Dabei steht CASE für Connected, Autonomous, Shared & Services und E-Mobilität. Eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Während man bei der Bemusterung von Komponenten ein gefertigtes Teil in Händen hält, stoße man jetzt – etwa bei Apps oder Fahrdienstservices – in einen Produktbereich vor, in dem man „physisch nichts mehr anpacken kann“.

Beim Aufsetzen entsprechender Prozesse sei man bereits sehr weit. Wohin man auch im Softwarebereich bei der qualitativen Tiefe möchte, führte der Autobauer vor einigen Wochen anhand klassischer Themenfelder vor. Für einen kleinen Kreis von Journalisten öffnete Mercedes seine Pforten zu den Hallen, in denen der Daumen gehoben oder gesenkt wird über das, was Lieferanten aus aller Welt für die Premiummarke fertigen. Die dahinter liegenden Prozesse sind enorm aufwändig, das Team dagegen überraschend klein. Zwar haben die Schwaben ein Netzwerk von 500 Qualitätsingenieuren, die rund um den Globus bei den Lieferanten aktiv sind, um sie für Anforderungen kommender Produkte zu qualifizieren und zuvorderst abzusichern, dass die Zulieferer überhaupt in der Lage sind die Kapazitätsvoraussetzungen zu erfüllen. Ein großes Thema ist derzeit etwa die Beschaffung von Displays. Hier gibt es zwar von Samsung über LG bis Apple Unternehmen mit Riesenerfahrung in der Produktion von Tablets für den Consumerbereich, damit ist aber nicht gesagt, dass das Know-how für die Großserienfertigung für den Automotiveeinsatz ausreichend ist.