Friedrich Eichiner

BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichner erwartet zwei weitere gute Jahre. - Bild: BMW

In diesem Jahr werde sich das Preispotenzial voraussichtlich um 100 Basispunkte verbessern, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner am Mittwoch in einer Analystenkonferenz. Auch 2012 sei mit einer weiteren Verbesserung zu rechnen.

Auf der Bilanzpressekonferenz am Vortag hatte Eichiner erklärt, dass bereits 2010 durch neue Modelle die Erlösschmälerungen aus der sinkenden Preiskraft aus dem Jahr 2009 teilweise kompensiert werden konnten. “Wir konnten rund zwei Prozentpunkte des krisenbedingt verlorenen Preispotenzials zurückgewinnen.” Das entsprach laut dem Finanzvorstand einem operativen Gewinnbeitrag von rund 1,1 Milliarden Euro. Insgesamt verdiente BMW vor Zinsen und Steuern gut fünf Milliarden Euro nach gerade einmal 289 Millionen Euro im Jahr 2009.

“Wir werden weiter an der Verbesserung der Transaktionspreise arbeiten”, hatte Eichiner gestern angekündigt. Die Krise hat BMW nach Aussage des Managers etwa vier bis fünf Prozentpunkte bei den Preisen gekostet.

Mit Blick auf das wichtige Geschäft auf dem chinesischen Boom-Markt sagte Eichiner, dieses habe im vergangenen Jahr etwa 20 bis 30 Prozent des Gewinns auf Nachsteuerebene beigetragen. Die Münchener setzten 2010 lediglich etwa 13 Prozent ihrer insgesamt 1,46 Millionen verkauften Autos im Reich der Mitte ab. Gerade die Hersteller von Premiumautos profitieren massiv von der Kauflust der Chinesen, da diese vorrangig teure Modelle kaufen.

Laut Eichiner gibt es inzwischen größere Möglichkeiten, sich gegen Schwankungen der dortigen Währung, des Renminbi, abzusichern. Inzwischen seien Absicherungen für einen Zeitraum von einem bis zwei Jahren möglich, sagte der Manager. Eine “natürliche” Absicherung gegen Wechselkursschwankungen ist auch durch eine verstärkte Vor-Ort-Produktion möglich. Gemeinsam mit dem Joint-Venture-Partner Brilliance Automotive bauen die Münchener gerade ein zweites Werk am Standort Shenyang. Mittelfristig sollen bei BMW im Reich der Mitte 150.000 Autos vom Band rollen können.

2010 profitierte BMW von positiven Währungseffekten in Höhe von 334 Millionen Euro. Da die Münchener einen Großteil ihrer Autos in Deutschland fertigen, viele aber im Ausland verkaufen, schlagen Veränderungen von US-Dollar, Renminbi und Britischem Pfund in die Bilanz durch manchmal positiv, manchmal aber eben auch negativ.

Für 2011 sieht BMW das geplante Fremdwährungsexposure nach Angaben vom Vortag “zu guten Konditionen zum überwiegenden Teil abgesichert”. Auch in diesem Jahr wird mit einem positiven Effekt gerechnet: “Dieser wird voraussichtlich einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen”, erklärte Eichiner am Vortag. Demgegenüber dürfte ein negativer Effekt aus den steigenden Rohstoffkosten in gleicher Höhe stehen.

Dow Jones Newswire/gws