Norbert Reithofer

Norbert Reithofer: "Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten gerade in vielen europäischen Märkten keinen Rückenwind haben werden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben." - Bild: BMW Group

Vor Steuern verdiente der Konzern im ersten Quartal zwar zwei Milliarden Euro und damit fast soviel wie vor einem Jahr, wie die Münchner am Donnerstag mitteilten. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Allerdings brach das Ergebnis der Pkw-Sparte um 16 Prozent ein. Die Umsatzrendite, mit der speziell die Premium-Hersteller ihre Profitabilität vergleichen, sank von 11,6 auf 9,9 Prozent. Zum Handelsstart legten BMW-Papiere um knapp ein Prozent zu, während der Dax zunächst kaum verändert blieb.

Vor allem bessere Geschäfte mit Leasing-Verträgen retteten dem Konzern schließlich die Bilanz. Insgesamt sieht sich BMW aber weiter auf Kurs, 2013 den Vorjahresgewinn von 7,8 Milliarden Euro vor Steuern zu erreichen. Unter dem Strich blieben im ersten Quartal 1,3 Milliarden Euro übrig – ebenfalls ein leichtes Minus von drei Prozent. Der Konzern bestätigte auch seine übrigen Jahresziele und will bei Absatz und Umsatz neue Bestmarken aufstellen.

Dabei schrumpften die Erlöse in den ersten drei Monaten trotz steigender Verkaufszahlen um vier Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Ein Grund: Mit dem Kompakt-SUV X1 und der 3er-Reihe trieben vor allem kleinere Modelle das Wachstum, die weniger Umsatz und Gewinn einfahren. Dagegen verkauften sich etwa die großen, gewinnträchtigen 7er-Modelle deutlich schlechter als vor einem Jahr. Das erklärt teilweise auch den Rückgang in der Pkw-Sparte.

Europa-Markt bleibt weiterhin eine Herausforderung

Außerdem führt die schier endlose Flaute auf dem Heimatkontinent zu mehr Wettbewerb um die verbliebenen Neukunden – und damit fast automatisch zu niedrigeren Preisen und weniger Gewinn je Auto. Besserung ist laut BMW-Chef Norbert Reithofer nicht in Sicht: “Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten gerade in vielen europäischen Märkten keinen Rückenwind haben werden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben”, sagte er.

Ein weiterer Punkt: Im größten Einzelmarkt China war der Absatz in den ersten drei Monaten viel langsamer gestiegen als im Gesamtjahr 2012, als das Wachstum mit rund 40 Prozent förmlich durch die Decke gegangen war. Außerdem verkaufte BMW deutlich mehr vor Ort produzierte Autos, die in der Bilanz anders verrechnet werden. Zwar treiben sie den Konzernabsatz in die Höhe, Umsatz und Gewinn aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Partner Brilliance werden aber nicht in der Pkw-Sparte verbucht. Hier fließen nur importierte Autos ein. Auch das drückte auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Automobilgeschäfts.

Vor der Bilanzvorlage hatte Baader-Bank-Analyst Klaus Breitenbach geschätzt, dass das China-Geschäft dadurch rund 300 Millionen Euro weniger zum EBIT der Pkw-Sparte beisteuern würde. Tatsächlich liegt das gesamte Minus der Abteilung etwa in diesem Bereich.

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dpa/Guido Kruschke