BMW Zentrale München

Der Münchener Automobilhersteller BMW hat ein äußert erfolgreiches Jahr 2010 hinter sich. - Bild: BMW Group

Der Münchener Automobilhersteller BMW hat ein äußerst erfolgreiches Jahr 2010 hinter sich. Nachfrageboom in Schwellenländern wie China und die Erholung des US-Marktes haben nach überstandener Krise einen deutlichen Absatz- und Umsatzzuwachs beschert.

Der Münchener DAX-Konzern veröffentlicht traditionell etwa einer Woche vor der Bilanzpressekonferenz erste Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr und einen Dividendenvorschlag. Die Presskonferenz findet in diesem Jahr am 15. März statt. Dann dürften sich die Anteilseigner wohl auf eine deutlich steigende Gewinnbeteiligung freuen. Analysten rechnen im Schnitt mit einer Dividende von 1,20 Euro je Stammaktie – das wäre ein neuer Bestwert. Die bisher höchste Ausschüttung von 1,07 Euro je Anteil war für das Jahr 2007 gezahlt worden. Im Krisenjahr 2009 lag die Dividende bei 0,30 Euro.

Luxusauto-Boom steigert Verkaufszahlen

Nachdem das Geschäft Ende 2008 und 2009 schwer von der Wirtschaftsflaute in Mitleidenschaft gezogen worden war, ging es für die Münchener ebenso wie für die Konkurrenten im vergangenen Jahr deutlich aufwärts. Vor allem dank des Luxusauto-Booms in China und der deutlichen Erholung des US-Marktes steigerte BMW die Verkaufszahlen um knapp 14 Prozent auf 1,46 Millionen Neuwagen.

Damit machten die Münchener erneut das Rennen um die Krone im Luxussegment und konnten die Konkurrenten Mercedes-Benz und Audi auf Distanz halten. Gegen Jahresende lief es sogar so gut für die Branche, dass den Zulieferern vereinzelt die Teile ausgingen.

Nicht nur bei den Verkaufszahlen sondern auch auf Umsatz- und Ertragsebene profitierte BMW wie die ganze Branche massiv von der Kauflust der Chinesen. Denn die Kunden im Reich der Mitte fragen vor allem vollausgestattete und somit teure Luxusautos nach – ab dem Audi A6, dem 5er-BMW und der Mercedes-E-Klasse aufwärts.

Das ausgegebene Mindest-Renditeziel für das Kerngeschäft mit Oberklasseautos dürfte BMW daher locker übersprungen haben: Anfang November hatte sich das Traditionsunternehmen ehrgeizigere Jahresziele gesetzt und peilte seither für 2010 eine operative Marge im Autogeschäft von mehr als 7 Prozent. In den ersten neun Monaten lag die Rendite leicht über 8 Prozent.

Auch der Start ins neue Jahr ist BMW gelungen: Sowohl im Januar als auch im Februar legten die Verkaufszahlen prozentual deutlich zweistellig zu. 2011 soll ein neuer Verkaufsrekord aufgestellt werden. Die alte Bestmarke stammt aus dem Jahr 2007 und liegt bei gut 1,54 Mio verkauften Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce.

Auf konkretere Ziele für die wichtigsten Finanzkennzahlen in diesem Jahr muss der Markt allerdings wohl noch warten. Diese gibt der Branchenprimus im Normalfall erst auf der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Dow Jones Newswires/fk