BMW i3 breit

BMW will mit seinem Kompaktstromer i3 und dem im kommenden Jahr erscheinenden Elektrosportler i8 einen signifikanten Anteil am Markt für E-Autos erbeuten. Bild: BMW Group

Vertriebschef Ian Robertson zeigte sich am Rande einer Veranstaltung nahe München zuversichtlich, dass der strombetriebene Stadtflitzer ein Erfolg werden wird.

Die Elektromobilität stehe vor einem weiteren Sprung, nachdem 2012 bereits ein gutes Jahr gewesen sei, sagte der Manager in Maisach am Rande der ersten Testfahrten mit dem i3. BMW wolle einen signifikanten Anteil am Markt für E-Autos erbeuten, sagte er, ohne dabei genaue Zahlen zu nennen.

Hinter der simplen Bezeichnung „Projekt i“ verbirgt sich einer der größten industriellen Kraftakte der letzten Jahrzehnte. BMW, Markenbotschaft “Freude am Fahren”, macht sozusagen bei voller Fahrt eine Kehrtwende und bekennt sich mit damit zur Elektromobilität und zur Freude am Sparen.

Ian Robertson

Ian Robertson: "BMW will von Anfang an mit dem Auto Geld verdienen. Die Investitionen würden sich auszahlen." - Bild: BMW Group

i3 ist für Ballungsräume konzipiert

Der i3 wird gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Der Wagen ist eines der meist beachteten Projekte im Automobiljahr 2013. Der Stromer soll etwa so viel kosten wie ein herkömmlicher 3er BMW – als unter 40.000 Euro. Details zum Preis will BMW in wenigen Wochen bekanntgeben. Seine Weltpremiere feiert der i3, der eine Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff hat, am 29. Juli mit Events in London, New York und Peking.

Europa, die USA und China sollen die wichtigsten Märkte für den Wagen sein, wie Robertson erklärte. Vertrieben werden soll das Auto über verschiedene Kanäle: herkömmliche Händler, das Internet, aber auch geschulte mobile Vermittler.

Mit einer Reichweite von 130 bis 160 Kilometern ist der i3 vor allem für urbane Ballungsräume konzipiert. Wer Angst hat, möglicherweise liegen zu bleiben, kann den Wagen auch mit einem Reichweitenverlängerer (Range Extender) bestellen. Ein Zweizylinder-Benzinmotor mit 34 PS fungiert dann quasi als Reservekanister und hält über einen Generator den Akku auf einem Mindestladestand. Das schraubt die Gesamtreichweite des i3 dann auf rund 300 Kilometer nach oben.

Durchbruch bei der E-Mobilität wird noch eine Weile dauern

Auch wenn Robertson sich einiges vom i3 verspricht, wird es nach seiner Meinung noch eine Weile dauern, bis die Elektromobilität im Allgemeinen den Durchbruch schaffen wird. Das werde wohl erst soweit sein, wenn ein Stromer nur noch maximal zehn Prozent mehr koste als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor. Vorher erwartet der Manager aber noch deutliche Fortschritte bei der Reichweite, die neben dem hohen Preis momentan noch das größte Hindernis für die Verbreitung der Technologie ist.

Experte hält den BMW-Weg für richtig

“Am Anfang werden die i-Modelle keine Gewinne abwerfen, sondern die Bilanz belasten”, ist Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen überzeugt. Trotzdem hält er den Weg, den BMW eingeschlagen hat, für richtig. “So sehr wir heute noch an der Elektromobilität zweifeln, werden wir auf lange Sicht, etwa in den chinesischen Millionenstädten, nicht um diese Technologie herumkommen”.

Mit der Kombination von Elektroantrieb und Hightech-Material Karbon grenzt sich BMW dabei von 0815-Stromern ab – und sichert sich langfristig einen Technologievorteil, glaubt Dudenhöffer.

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Dow Jones Newswires/Spiegel Online/Guido Kruschke