BMW Internetverkauf breit

BMW will nicht nur das neue Elektroauto i3, das am 29. Juli erstmals öffentlich gezeigt wird, sondern auch alle anderen Fahrzeuge künftig über das Internet verkaufen. - Bild: BMW Group

Werner Entenmann, Präsident des BMW-Händlerverbandes, sagte der “Wirtschaftswoche”: “Wir haben BMW unmissverständlich gesagt, dass direkte Verkaufskanäle von uns abgelehnt werden müssen.”

Laut dem Magazin sollen künftig neben dem neuen Elektroauto i3 auch alle anderen Autos zusätzlich über das Internet verkauft werden. BMW-Deutschland-Vertriebschef Roland Krüger sagte: “Wir können uns gut vorstellen, dass der Verkauf im Internet bei allen Modellen ergänzend eingesetzt wird.” Zudem wolle BMW künftig über eine sogenannte “Mobile Sales Force” den Kunden auch zu Hause Autos verkaufen. Damit werde den veränderten Bedürfnissen Rechnung getragen.

Neuwagen ZDK

BMW-Händler kritisieren die Pläne des Autobauers, Fahrzeuge künftig auch über das Internet verkaufen zu wollen. - Bild: ZDK/ProMotor

BMW will sich nur noch auf große Standorte konzentrieren

Das Niederlassungsnetz von BMW solle im Rahmen der Vertriebsstrategie “Future Retail” ausgedünnt werden, berichtet die “Wirtschaftswoche” weiter. Aus Unternehmenskreisen erfuhr das Magazin, dass BMW sich nur noch auf große Standorte wie München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf konzentrieren wolle. Eigene BMW-Niederlassungen in kleineren Städten sollten langfristig verkauft oder geschlossen werden, heißt es. Vordringlich seien dabei die Niederlassungen in Darmstadt, Kassel, Bremen, Dresden, Bonn und Chemnitz.

“Wir achten auf Effektivität und Effizienz in allen unseren Konzernstrukturen. Dazu zählen natürlich auch die Niederlassungen. Die genannten Schließungen sind Spekulationen”, sagte BMW-Sprecherin Birgit Hiller am Samstag der Nachrichtenagentur dpa.

BMW-Betriebsratschef kritisiert Internet-Pläne

Heftige Kritik kommt von BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch: “Der Konzern sieht, dass man Autos auch reparieren und verkaufen kann, wenn man die Leute viel schlechter bezahlt”, sagte er. Fraglich sei jedoch, wie BMW mit unzureichend qualifiziertem Personal “Premium-Qualität” sicherstellen möchte. “Es wird nicht funktionieren, vom Kunden BMW-Preise zu verlangen für Arbeit, die in Hinterhofwerkstätten gemacht wird”, so Schoch.

Die Niederlassungen sind für BMW ein besonders teurer Vertriebsweg, weil die derzeit 6.500 Mitarbeiter alle Vergünstigungen und Sonderzahlungen des Mutterkonzerns erhalten. Das Zusatzeinkommen in den Niederlassungen addiert sich auf bis zu zweieinhalb Monatsgehälter. “Laut Unternehmensleitung verdienen die Angestellten der BMW-Niederlassungen in Deutschland pro Jahr 50 Millionen Euro mehr als vergleichbare Händler”, sagte Betriebsratschef Schoch.

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dpa/Auto-Reporter/Guido Kruschke