BMW Zentrale breit

Der Umsatz der Münchner Nobelmarke BMW lag mit knapp 18,8 Milliarden Euro ganz leicht unter dem Wert des dritten Jahresviertels 2012. - Bild: BMW Group

Das schwierige Umfeld in Europa und hohe Investitionen haben in der Bilanz der Bayern BMW Spuren hinterlassen. Obwohl die Verkäufe im dritten Quartal zulegten, schrumpften der Umsatz und der operative Gewinn des Autobauers, der sich aber trotzdem wacker schlug und beim Ertrag die Erwartungen übertraf. An den Jahreszielen hält der weltgrößte Hersteller von Oberklasseautos fest.

BMW legt beim Absatz deutlich zu

Weltweit brachte BMW zwischen Juli und Ende September knapp 481.700 Fahrzeuge an die Kundschaft – knapp elf Prozent mehr als im Vorjahr. Sowohl die weiß-blaue Kernmarke als auch Mini und Rolls-Roye verbuchten deutliche Zuwächse, und das vornehmlich in Asien und den USA.

Die Einnahmen sanken dagegen vor allem aufgrund negativer Währungseffekte um 0,4 Prozent auf 18,75 Milliarden Euro. Auch der operative Ertrag konnte nicht mit den Verkäufen Schritt halten: Vor Zinsen und Steuern verdienten die Bayern mit knapp 1,93 Milliarden Euro rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Nach Steuern waren es mit 1,33 Milliarden Euro dagegen gut drei Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Norbert Reithofer

Norbert Reithofer: "Wir sind nach dem guten dritten Quartal auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen." - Bild: BMW Group

Damit schnitt BMW auf der Umsatzseite schwächer ab als erwartet, die Ertragslage entwickelte sich dagegen besser als von Analysten vorhergesagt. Entsprechend gut kommen die Zahlen im Handel an. “Gemessen an den hohen Aufwendungen ist das Quartalsergebnis gut”, sagt beispielsweise Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Aktie am Dienstag davon profitieren könnte.

“Unsere Geschäftszahlen haben sich im dritten Quartal (…) trotz hoher Aufwendungen für Zukunftstechnologien und eines herausfordernden Marktumfelds in Europa positiv entwickelt”, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer.

Milliarden-Investitionen belasten Rendite

BMW befindet sich inmitten eines massiven Investitionszyklus. Das für viel Geld komplett neu entwickelte Elektroauto i3 steht in den Startlöchern. Zudem sind neue Modelle mit konventionellem Antrieb in Vorbereitung und weltweit werden die Kapazitäten ausgebaut, um sich von Wechselkursschwankungen und Zöllen unabhängiger zu machen.

Die vielbeachtete operative Rendite im Automobilgeschäft schrumpfte im dritten Quartal deshalb von 9,6 auf 9,0 Prozent. Damit steht BMW im Branchenvergleich allerdings gut da. Audis Rendite schrumpfte ebenfalls wegen hoher Zukunftsausgaben um gut einen Prozentpunkt auf rund 9,4 Prozent. Mercedes-Benz steigerte dank einer Produktoffensive und Sparmaßnahmen zwar die Marge von 6,4 auf 7,3 Prozent, liegt allerdings immer noch deutlich hinter der Konkurrenz zurück.

Die Prognose für 2013 bekräftigte BMW. Die Verkäufe sollen weiter steigen und der Vorsteuergewinn in der Größenordnung des Vorjahres liegen, als ein Rekordwert von gut 7,8 Milliarden Euro hängen geblieben war. Im Automobilbereich peilen die Münchener eine operative Rendite im nachhaltigen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent an, nach 10,6 Prozent im Jahr 2012 und 9,5 Prozent in den ersten neun Monaten dieses Jahr. “Wir sind nach dem guten dritten Quartal auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen”, sagte Reithofer.

Neben dem schwierigen Marktumfeld in Europa sind es vor allem die Zukunftsinvestitionen, die BMW das Leben in diesem Jahr schwer machen. Insgesamt rechnet der weltgrößte Premiumautobauer damit, 2013 mehr Geld zu investieren als in der Konzernplanung im Normalfall vorgesehen ist. In Forschung und Entwicklung will BMW eigentlich maximal 5,5 Prozent des Umsatzes stecken, die gesamte Investitionsquote liegt normalerweise maximal bei sieben Prozent. Beide Werte werden im laufenden Jahr allerdings überschritten. Insgesamt hat BMW Vorleistungen in Aussicht gestellt, die rund eine Milliarde Euro über denen des Vorjahres liegen.

Alle Beiträge zu den Stichworten BMW Daimler Audi

Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke