Weiter auf Erfolgskurs: BMW veröffentlicht heute die Quartalszahlen. Das Geschäft läuft so gut,

Weiter auf Erfolgskurs: BMW veröffentlicht heute die Quartalszahlen. Das Geschäft läuft so gut, dass mit einer Erhöhung der Jahres-Prognose gerechnet wird. (Bild: BMW)

Der Premiumautohersteller BMW ist für seine konservativen Prognosen bekannt. Marktbeobachter sind sich aber einig: Wenn die Münchener am Mittwoch ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen, können sie die bisher gültigen Jahresziele wohl kaum noch beibehalten. Denn da die befürchtete Sommerflaute ausblieb, hat sich das Geschäft des DAX-Konzerns in den vergangenen Monaten zu stark entwickelt.

Bislang rechnet BMW für 2010 mit einem nicht genauer bezifferten Umsatz- und Gewinnanstieg, im Kerngeschäft mit Luxusautos soll nach dem tiefen Absturz im vergangenen Jahr eine operative Marge von mehr als fünf Prozent erreicht werden. Der Absatz soll um ein Zehntel auf mehr als 1,4 Millionen Autos steigen.

Der Markt für hochpreisige Oberklasseautos war im vergangenen Jahr schwer von der Wirtschaftsflaute in Mitleidenschaft gezogen worden. Speziell das für BMW wichtige US-Geschäft brach massiv ein. Mit dem Absatz schrumpfte der Umsatz der Bayern um fünf Prozent auf 50,7 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu anderen Autoherstellern schrieben die Münchener auf Konzernebene aber sowohl operativ als auch unter dem Strich schwarze Zahlen, da das Management schnell auf die Krise reagiert und die Kapazitäten frühzeitig angepasst hatte. Im Automobilgeschäft war 2009 allerdings ein Verlust angefallen.

In diesem Jahr ging es dann aber vor allem dank des Nachfragebooms in China wieder aufwärts: Per Ende des ersten Halbjahres lagen die Einnahmen von BMW um 13,5 Prozent über dem Vorjahr, beim Vorsteuerergebnis wurde der Wert aus dem Gesamtjahr um mehr als das dreifache übertroffen. Die Rendite im Automobilsegment lag per Ende Juli bei 6,6 Prozent, im zweiten Quartal war sie sogar fast zweistellig.

Trotzdem blieb das Management vorsichtig. Bei Vorlage der Halbjahreszahlen begründete Finanzchef Friedrich Eichiner die zurückhaltende Prognose mit Unwägbarkeiten, speziell im traditionell schwächeren dritten Quartal.

Doch es kam anders: Zwar schwächte sich der Markt in China etwas ab, die deutschen Premiumautohersteller scheinen sich aber fast von der Entwicklung abgekoppelt zu haben und wuchsen auch in den Sommermonaten rasant. Auch in den USA setzte sich die Erholung fort und in Europa ging es zumindest nicht mehr bergab. In der Folge steigerte BMW den weltweiten Absatz im dritten Quartal um knapp 13 Prozent auf fast 366.000 Autos und konnte damit den Zuwachs aus dem ersten Halbjahr nahezu konstant halten.

Der größte Ertragsbringer, die weiß-blaue Kernmarke, legte dabei besonders stark zu, nicht zuletzt dank des verjüngten Modellportfolios mit dem neuen 5er. In den vergangenen Wochen ließen Vorstandschef Norbert Reithofer und Finanzvorstand Friedrich Eichiner daher keine Möglichkeit aus zu betonen, dass die erwartete Absatzdelle zwischen Juli und September ausgeblieben ist. Trotzdem hielten sie bis heute an ihrer Prognose fest. In einem Interview mit Dow Jones am Rande des Pariser Autosalons Anfang Oktober deutete Eichiner erstmals an, dass man beim Ausblick zu tief gestapelt haben könnte.

Analysten halten auf Gesamtjahressicht im Automobilsegment inzwischen eine Marge von mindestens 8 Prozent für realistisch. Trotzdem rechnen einige Branchenkenner damit, dass BMW auch weiter eher zurückhaltend bleiben wird. Die US-Bank Morgan Stanley erwartet beispielsweise ein neues Ziel einer Rendite von mehr als sechs Prozent, Credit Suisse von mindestens sieben Prozent.

Dass die Drittquartalszahlen stark ausfallen werden, bezweifelt kein Analyst ernsthaft. Jüngste Belege für die starke Entwicklung der Luxusautobranche waren die Zahlen der BMW-Konkurrenten Mercedes-Benz und Audi. Die Stuttgarter steigerten den Umsatz deutlich, verbuchten im Pkw-Geschäft trotz der schwachen Entwicklung beim Stadtflitzer smart eine Rendite von 9,5 Prozent und hoben die Prognose erneut an. Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter erwies sich einmal mehr als Ertragsperle von Europas größtem Autobauer und schaffte sogar eine Marge von 11,5 Prozent.

Nachfolgend die Schätzungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten für das 3. Quartal 2010 der BMW AG (in Millionen Euro, Ergebnis/Aktie in EUR, nach IFRS).

=== Erg. vor Erg. nach Erg nSt 3. Quartal Umsatz EBIT Steuern Steuern u.Dritten MITTELWERT14.270 1.248 1.202 791 784 Vorjahr 11.759 55 126 78 76 +/- in % +21 k.A. +854 +914 +931 MEDIAN 14.365 1.300 1.200 789 787 Maximum 14.870 1.505 1.508 915 982 Minimum 12.991 965 883 582 582 Anzahl 17 17 12 8 10 Ergebnis/ Stammaktie MITTELWERT 1,25 Vorjahr 0,12 +/- in % 944 MEDIAN 1,24 Maximum 1,65 Minimum 0,86 Anzahl 14 Erg. vor Erg. nach Erg nSt Ergebnis/ Neun Monate Umsatz EBIT Steuern Steuern u.Dritten Stammaktie MITTELWERT(1) 42.061 3.414 3.009 1.949 1.938 3,01 Vorjahr 36.239 169 79 47 42 0,06 +/- in % +16 k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. MEDIAN(1) 42.156 3.466 3.007 1.947 1.941 3,00 ===

Quelle Vorjahreszahlen: Angaben des Unternehmens – wie berichtet. (1) Eigene Berechnung von Dow Jones Newswires auf Basis des Konsenses für das dritte Quartal und der bereits berichteten Halbjahreszahlen.

Dow Jones Newswires