Mobilitätswandel_BMW_Personal

BMW-Personalchefin Milagros Caiña-Andree ist zuversichtlich, dass der Premiumhersteller die Phase des Mobilitätswandels ohne betriebsbedingte Kündigungen überstehen kann. Bild: BMW Group

Der Personalstamm bleibt im laufenden Jahr stabil, versicherten die BMW-Oberen auf der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch (20.März)  in München. Bedeutet im Klartext: Es gibt bis auf gewisse Ausnahmen Einstellungsstopp. Die Hiobsbotschaft für die Beschäftigten blieb bei BMW aus. Auch mit Blick auf die nächsten Jahre will man bei der Münchener Premiummarke ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen.

Die Wettbewerber werden da konkreter: Audi will 15 Prozent Stellen abbauen. Bei der Marke Volkswagen stehen 7.000 Arbeitsplätze zur Disposition. Dabei will der Wolfsburger Konzern betriebsbedingte Kündigungen zwar vermeiden, schließt diese aber auch nicht komplett aus. Bei Ford sieht es düsterer aus. Alleine in Deutschland werden 5.000 Jobs gestrichen werden.

Finanzchef Nicolas Peter verpackt das Vorgehen bei BMW in eine unverdächtige Formulierung, spricht mit Blick auf die Arbeitsplätze von einer "flachen Entwicklung." So stünden dem Personalrückgang in klassischen Bereichen des Autobaus neue Stellen bei den Zukunftsthemen entgegen sowie durch den Bau neuer Werke wie jetzt in Mexiko.

Zudem kämen jetzt die geburtenstarken Jahrgänge in die Nähe des Rentenalters. Dadurch und die „hohe Flexibilität unserer Arbeitszeitmodelle“,  versichert Personalvorständin Milagros Caiña-Andree, werde man nach jetzigem Stand ohne betriebsbedingte Kündigungen durch die Phase des Wandels kommen. Ihre Einschätzung unterlegte die BMW-Personalchefin mit einer Rechnung: weltweit verlassen jährlich etwa 1.500 Beschäftigte über Altersteilzeitregelung das Unternehmen, 2.500 gehen regulär in Rente. Damit habe man einen Spielraum von 4.000 Stellen jährlich.

Doch was bedeuten die vielsagenden Formulierungen für das Hochlohnland Deutschland? Nichts, wenn man dem BMW-Management folgt. „In Dingolfing bauen wir mit dem Kompetenzzentrum Elektromobilität Mitarbeiter auf. Gleichzeitig laufen andere Produkte wie der 7er und 8er an. Werk München sorgt der 3er und die Integration i4 für ein stabiles Beschäftigungsverhältnis. Regensburg arbeitet mit Leipzig auf den Launch des 1er hin. Da haben wir im Übergang eine leichte Reduzierung. Alles andere läuft über die natürliche Fluktuation“, heißt es von Produktionsvorstand Oliver Zipse.