Mini Countryman

Auf Rekordkurs fährt die Marke Mini mit 141.913 Fahrzeugen im ersten Halbjahr. Allein für den Countryman haben sich im ersten Halbjahr über 40.000 Kunden entschieden. - Bild: BMW

Der Münchner Premiumautobauer BMW nahmen mit den besten Halbjahresverkäufen der Unternehmensgeschichte den ersten Platz ein. Von Januar bis Juni kletterte der Absatz um 19,7 Prozent auf 833.366 Fahrzeuge. Von der Marke BMW waren es mit 689.861 Einheiten 17,8 Prozent mehr.

Wachsender Beliebtheit erfreute sich auch der Stadtflitzer Mini, dessen Absatz im ersten Halbjahr um 29,8 Prozent auf 141.913 Einheiten stieg. Für weitere Wachstumsimpulse soll das Mini Coupé sorgen, das im Herbst 2011 auf den Markt kommt.

Audi zieht mit Absatz an Mercedes vorbei

Hinter BMW rückte Audi im Halbjahr auf den zweiten Platz vor und zog damit an Mercedes-Benz vorbei. Im ersten Halbjahr summierten sich die Verkäufe auf 652.950 Einheiten, ein Zuwachs von 17,7 Prozent. Anders als bei der Konkurrenz trug bei Audi in erster Linie Europa zum Wachstum bei. “Das erste Halbjahr ist deutlich besser gelaufen, als wir erwartet haben – vor allem aufgrund einer starken Entwicklung auf den europäischen Märkten”, sagte Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer.

Mercedes-Benz auf dem dritten Platz hinkt seinen beiden Rivalen etwas hinterher. Von Januar bis Juni entschieden sich 610.531 Kunden für einen Pkw der Marke Mercedes-Benz, ein Plus von 9,7 Prozent. Das Halbjahr war gekennzeichnet von hohen Wachstumsraten insbesondere in Asien und den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Trotz des niedrigeren Wachstums erzielt Mercedes-Benz mehr Umsatz je Fahrzeug als seine beiden deutschen Konkurrenten.

Analysten warnen vor hohen Erwartungen

Beobachter zeigten sich trotz der Rekordabsätze zurückhaltend. Der generelle Enthusiasmus sei nach zwei starken Jahren vorbei, sagt Max Warburton, Analyst bei Sanford Bernstein. Nach Ansicht der meisten Investoren sei es naiv zu glauben, dass die Gewinnmargen weiter auf dem derzeit hohen Niveau verharren werden. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Ergebnisse anfällig und die Perioden starker Gewinnmargen kurz seien.

China Flagge breit

Analysten sind der Meinung, dass es für die Hersteller engwerden könnte, falls die Nachfrage aus China nachlassen sollte.

“Die Gewinnmargen der Luxusautobauer sind auf historischen Hochs, die Cashflows waren niemals besser und die Bilanzen sind stark”, meinte Analyst Ranjit Unnithan von J.P. Morgan. Allerdings seien die Bewertungen der Unternehmen unterhalb des langfristigen Durchschnitts. Dies lasse die Befürchtung seitens der Investoren vermuten, dass die derzeitigen Margen und Cashflows nicht von Dauer sein werden. Eng könnte es für die Hersteller vor allem werden, falls die Nachfrage aus China nachlassen sollte.

Bernstein-Analyst Warburton sieht dagegen für die Aktien der Automobilhersteller noch Luft nach oben. Nach der starken Performance des europäischen Automobilsektors an den Börsen in den Jahren 2009 und 2010 ließen die Aktienkurse im laufenden Jahr noch zu wünschen übrig. Der Automobilsektor im EuroStoxx sei seit Jahresbeginn nur um rund 7 Prozent gestiegen und liege damit nur knapp besser als der Gesamtmarkt. Falls die Autohersteller weiter so gute Ergebnisse abliefern, werde es für die Papiere deutlich nach oben gehen, prognostiziert der Analyst.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke