BMW Spartanburg

Ein guter Teil der BMW-Beschäftigten sitzt mittlerweile im Ausland, etwa in der Stadt Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina. - Bild: BMW

“Wir haben im ersten Halbjahr schon rund 1.500 Mitarbeiter eingestellt”, sagte Personalvorstand Harald Krüger im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Nach bisherigen Planungen sollen bis zum Jahresende mehr als 2.000 Leute zu BMW stoßen. “Es kann sein, dass es noch ein paar mehr werden. Wir schauen uns das gerade an.” Auf eine Größenordnung wollte sich Krüger bei einem Besuch in den USA aber nicht festlegen.

Spezialisten gesucht

Derzeit kommt BMW mit der Produktion seiner Autos kaum hinterher. Für das zweite Quartal berichtete der Münchner Premiumhersteller gerade erst über Rekordzahlen. Das kommt auch den deutschen Standorten zugute: Die Hälfte der Neueinstellungen sind im Heimatland geplant. “Wir suchen etwa Spezialisten für neue Werkstoffe wie Carbon.” BMW setzt insbesondere beim Elektroauto auf das leichte und strapazierfähige Material.

Es wären wohl aber noch einige weitere Rekordzahlen notwendig, damit BMW wieder die Mannschaftsstärke erreicht, die der Konzern vor der Wirtschaftskrise hatte. BMW beschäftigte Ende 2007 noch mehr als 107.500 Menschen; bis Ende 2010 war die Zahl auf knapp 95.500 geschrumpft. Erst seit diesem Jahr geht es wieder aufwärts. Zur Jahresmitte arbeiteten mehr als 96.900 Leute für den Konzern.

Produktion folgt den Märkten

Ein guter Teil der Beschäftigten sitzt mittlerweile im Ausland, etwa in der Stadt Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina. BMW hatte das dortige Werk gerade erst erweitert – nun ist dank der Verkaufserfolge ein neuerlicher Ausbau im Gespräch. “Wir spüren eine sehr hohe Nachfrage nach den dort produzierten Baureihen”, sagte Vorstand Krüger. Das sind die Geländewagen X3, X5 und X6. “Ab Herbst gibt es Zusatzschichten in Spartanburg, vor allem an Samstagen.” Im nächsten Jahr sollen die Kapazitäten auf jährlich 300.000 Wagen aufgestockt werden. Zudem prüft der Vorstand, ob an dem Standort künftig auch Limousinen gebaut werden sollen.

Spekuliert wird, dass BMW zusätzlich die 3er Baureihe und damit seinen Verkaufsschlager in Spartanburg produzieren könnte. “Dazu gibt es noch keine Entscheidung”, sagte Krüger. Als der Rivale Daimler angekündigt hatte, seine Mercedes C-Klasse auch in den USA zu bauen, hatte das einen Aufschrei unter den deutschen Beschäftigten ausgelöst. “Die Produktion folgt den Märkten. Und der US-Markt ist sehr wichtig für uns”, sagte Krüger. Er versicherte allerdings: “Die deutschen Kollegen müssen sich keine Sorgen um ihre Jobs machen.”

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dpa/Guido Kruschke