BMW-Chef Dr. Norbert Reithofer auf der Beijing Motor Show 2010. - Bild: BMW

BMW-Chef Dr. Norbert Reithofer auf der Beijing Motor Show 2010. - Bild: BMW

Die BMW Group will ihren Absatz in China im laufenden Jahr deutlicher als bislang geplant steigern. „China ist und bleibt einer der attraktivsten Automobilmärkte der Welt. Wir rechnen 2010 in China mit einem signifikanten Absatzzuwachs auf rund 120.000 Fahrzeuge“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Norbert Reithofer, am Freitag auf der Automobilmesse Auto China 2010 in Peking. Bislang hatte das Unternehmen einen Absatz von über 100.000 Automobilen angestrebt.

China ist derzeit der viertgrößte Absatzmarkt der BMW Group weltweit. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen in Mainland China mehr als 90.000 Fahrzeuge verkauft. Im ersten Quartal 2010 stiegen die Auslieferungen dort um 106 Prozent auf 34.179 Fahrzeuge.

Aber auch weltweit ist die BMW Group 2010 auf Wachstumskurs: „Wir wollen 2010 der weltweit führende Premiumhersteller bleiben und unseren Absatz im soliden einstelligen Prozentbereich auf über 1,3 Millionen Fahrzeuge steigern“, bekräftigte Reithofer.

Auf der Automobilmesse in Peking zeigt die BMW Group neben der Langversion des neuen BMW 5er unter anderem auch den X6 Active Hybrid und 7er Active Hybrid sowie den BMW Active E. Dieses rein elektrische Fahrzeug auf Basis eines 1er Coupés ist ein Viersitzer mit großem Kofferraum. Bereits im laufenden Jahr werden darüber hinaus rund 50 MINI E an Kunden in China ausgeliefert.

Die Erfahrungen, die die Kunden mit diesem Fahrzeug sammeln, fließen in die Entwicklung des “Megacity Vehicles” des Unternehmens ein, das als Submarke von BMW angeboten wird. „Das Megacity Vehicle wird als erstes Serien-Elektrofahrzeug der BMW Group im Jahr 2013 auf den Markt kommen“, sagte Reithofer. Bei dem Fahrzeug wird erstmalig in erheblichem Umfang kohlefaserverstärkter Kunststoff in einem Serienfahrzeug zum Einsatz kommen, was zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung führt. Das Gewicht ist bei Elektrofahrzeugen künftig ein entscheidender Faktor für die Reichweite.

Darüber hinaus wird die BMW Group zusammen mit ihrem Joint-Venture-Partner Brilliance ein “New Energy Vehicle” für den chinesischen Markt entwickeln und bauen und ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Shenyang erweitern.

Neben der BMW 3er-Reihe und der BMW 5er-Reihe will die BMW Group in China zukünftig weitere Modelle produzieren. „Eines der ersten Produkte für unser neues Werk in Tiexi in der Region Shenyang könnte der BMW X1 sein. Derzeit prüfen wir diese Option gemeinsam mit den zuständigen Behörden hier in China“, sagte Reithofer weiter. Der X1 wird derzeit in Leipzig hergestellt.

Fertigung des BMW-5er in der Langversion im chinesischen Werk Shenyang zusammen mit Joint-Venture-Partner Brilliance im April 2010. - Bild: BMW

Nach dem Start der neuen 5er-Reihe wird es zudem ein Nachfolgemodell der 5er-Langversion geben, das auf der Messe in Peking Weltpremiere hat und ausschließlich in China produziert und verkauft wird. Die Produktion des neuen Fahrzeugs wird im Herbst diesen Jahres starten.

Die Langversion der 5er Reihe ist in China mit mehr als 70.000 verkauften Exemplaren seit 2006 aus Sicht der Münchener ausgesprochen erfolgreich.

Angesichts des erwarteten starken Marktwachstums in China will die BMW Group ihre dortige Präsenz sowie ihre Einkaufsaktivitäten in den kommenden Jahren weiter ausbauen. „Mit unserem neuen Werk in Tiexi steigern wir ab 2012 unsere Produktionskapazitäten in China auf 100.000 Fahrzeuge jährlich. Langfristig sehen wir für beide Werken zusammen – je nach Marktentwicklung – sogar ein Potenzial für 300.000 Fahrzeuge pro Jahr. Aus unserer Sicht ist es realistisch, dass wir diese Kapazität langfristig benötigen“, erklärte Reithofer weiter.

Das Unternehmen hatte im November 2009 den Bau eines zweiten Produktionswerkes in China angekündigt. Das Investitionsvolumen für das neue Werk beträgt insgesamt 560 Millionen Euro, das sich der Partner Brilliance und die die BMW Group jeweils zur Hälfte teilen. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich Anfang Juni 2010. Der Start der Produktion ist für 2012 geplant.

Mit den Kapazitätserweiterungen in Shenyang werden insgesamt rund 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. 600 neue Mitarbeiter wurden bereits rekrutiert und werden derzeit auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Im vergangenen Jahr wurden in China nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) insgesamt rund 478.000 Premiumautomobile verkauft. Schätzungen des Verbandes zufolge dürfte der Markt für Premiumfahrzeuge bis 2020 in China auf über 1,5 Millionen Einheiten pro Jahr wachsen.