Stahlbauteile bei der BMW Group.

BMW will künftig mit Grünstrom und Wasserstoff hergestellten Stahl aus Nordschweden beziehen. Bild: BMW Group

Die Stahlproduktion ist besonders energieintensiv. Um die damit verbundenen CO2-Emissionen zu senken, hat BMW eine Vereinbarung mit dem schwedischen Start-Up H2 Green Steel getroffen, das für die Stahlproduktion Wasserstoff und ausschließlich Grünstrom aus erneuerbaren Energien verwendet. Ziel sei es, die CO2-Emissionen in der Stahllieferkette bis 2030 um rund zwei Millionen Tonnen zu senken, sagt Andreas Wendt, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leiste der Bezug von Stahl, der mit Wasserstoff und Grünstrom hergestellt werde. Das Unternehmen hat im Frühjahr das Ziel ausgegeben, bis 2030 insgesamt über 200 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden.

H2 Green Steel setzt für die Stahlproduktion Wasserstoff und ausschließlich Grünstrom aus erneuerbaren Energien ein. Zusätzlich zur Lieferung des mit Grünstrom hergestellten Stahls hat die BMW Group mit H2 Green Steel einen geschlossenen Materialkreislauf vereinbart: H2 Green Steel nimmt Blechreste, wie sie in den Presswerken zum Beispiel beim Ausstanzen der Türen entstehen, wieder zurück und bereitet sie so auf, dass sie als neue Stahlrollen, sogenannte Stahlcoils, wieder an die Werke geliefert werden können. Laut BMW reduzieren sich die CO2-Emissionen bei Sekundärstahl durchschnittlich um 50 bis 80 Prozent gegenüber Primärmaterial.

Grünstrom auch für die Batteriezellfertigung

Wie der Automobilhersteller mitteilt, baut H2 Green Steel in der nordschwedischen Provinz Norrbotten, nahe dem Polarkreis, seinen Standort für die Stahlproduktion auf. Erste Lieferungen des sauberen Stahls sollen 2025 für die sogenannte Neue Klasse von BMW erfolgen, eine Fahrzeuggeneration mit völlig neuer Architektur.

Auch das schwedische Unternehmen Northvolt, das Batteriezellen für Elektroautos entwickelt und produziert, nutzt das Grünstrom-Potenzial der Region in Nordschweden. BMW ist 2018 mit Northvolt eine Kooperation zur Entwicklung von Batteriezellen eingegangen und hat sich an dem Unternehmen finanziell beteiligt. Ab 2024 sollen in der derzeit im Bau befindlichen Northvolt Gigafactory im nordschwedischen Skellefteå Batteriezellen gefertigt werden.

Der Bayerische Automobilhersteller meldete erst kürzlich sein Engagement mit Blick auf Rohstoffe im Rahmen einer transparenten Lieferkette. So forciert der OEM den umweltschonenden Abbau von Lithium und engagiert sich beim Thema natürliche und plastikfreie Alternativ-Materialien im Interieur. 

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