BMW 7er

Den Löwenanteil zum Umsatz und Ergebnis trägt beim Münchner Premiumautobauer BMW das Autogeschäft bei, eines der drei Geschäftsfelder neben den Finanzdienstleistungen und Motorrädern. - Bild: BMW

Damit würden die Münchner die angriffslustigen Konkurrenten Audi und Daimler ein weiteres Mal in die Schranken weisen. BMW will den Quartalsbericht am 2. August veröffentlichen.

Die 14 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten erwarten nach einem Verkaufsplus von fast 20 Prozent im ersten Halbjahr für das zweite Quartal im Schnitt einen Anstieg der Erlöse um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 18,15 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Zinsen und Steuern (EBIT) dürfte deutlich stärker von 1,72 Milliarden auf 2,36 Milliarden Euro zugelegt haben.

Chinesen greifen gern bei deutschen Herstellern zu

Die Gründe, warum die Hersteller nach überstandener Krise mehr pro verkauftem Wagen verdienen und dadurch ihre Profitabilität steigern, sind vielfältig. Einmal liegt es an der regionalen Verteilung der Verkäufe: Besonders gern greifen die Chinesen, die selten nach Rabatten fragen, derzeit bei den deutschen Herstellern zu. Zudem setzen die Hersteller mehr Exemplare der teureren Baureihen ab, bei BMW sind das etwa die Geländewagen oder der 5er und 7er. Auch ordern Kunden mit Vorliebe zusätzliche Komfort- und Entertainmentlösungen. Manager fassen alle diese Phänomene unter dem Schlagwort Mix-Effekte zusammen.

Beim Vorsteuergewinn, der für das BMW-Management maßgeblichen Kennziffer, kommen die Analysten im Mittel auf 2,24 Milliarden Euro. Positiv dürfte sich niederschlagen, dass BMW wegen geringerer Risiken im Kredit- und Leasinggeschäft im zweiten Quartal einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag gut schreiben will. Unterm Strich blieben nach Analystenschätzung 1,56 Milliarden Euro oder 2,34 Euro je Anteilsschein. Das wären rund 85 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Den Löwenanteil zum Umsatz und Ergebnis trägt bei BMW das Autogeschäft bei, eines der drei Geschäftsfelder neben den Finanzdienstleistungen und Motorrädern. Mit den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce kommen die Münchner nach Expertenschätzung auf eine Marge von 12,8 Prozent und dürften damit Audi (11,8) und Daimler (10,7) blass aussehen lassen.

Analysten rechnen mit Abschwächung der Wachstumsdynamik

Ein besonders feines Ohr dürften die Analysten für Aussagen von BMW-Chef Norbert Reithofer zum erwarteten Verlauf der zweiten Jahreshälfte haben. Klaus Breitenbach von Santander rechnet auch wegen der schon hohen Vorjahreszahlen mit einer Abschwächung der Wachstumsdynamik. Sein Kollege Marc-Rene Tonn von M.M. Warburg erwartet einen Rückgang der Marge auf einen einstelligen Wert. Unter anderem wegen Kosten für die Markteinführung des neuen 1ers und die Vorbereitung des Marktstarts des neuen 3ers Anfang 2012.

BMW hat die Prognose für das Gesamtjahr erst jüngst nach oben geschraubt. Demnach will das Unternehmen seine Verkäufe nun um mehr als zehn Prozent auf über 1,6 Millionen Wagen steigern. Im Autogeschäft soll eine zweistellige EBIT-Marge erreicht werden. Bei den Münchnern stellt sich zunehmend die Frage, was der Konzern mit den hohen Barbeständen anfängt. M.M.-Warburg-Analyst Tonn hält Zukäufe eher für unwahrscheinlich und setzt daher auf Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe. Entsprechende Spekulationen machten in der vergangenen Woche die Runde, wobei für einen Aktienrückkauf gar kein Vorratsbeschluss vorliegt und somit eine höhere Dividende wahrscheinlicher erscheint.

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dpa-AFX/Guido Kruschke