Forum 2013 Bernd Bohr

Bernd Bohr: "Schon heute finden 53 Prozent der Fahrzeugproduktion im Raum Asien-Pazifik statt." - Bild: Tobias Bugala

“Entwicklung in Europa, Produktion anderswo?”, fragt Dr. Bernd Bohr, Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik bei der Robert Bosch GmbH.

Wie der große deutsche Zulieferer die Herausforderungen der Zukunft definiert und sich ihnen weltweit stellt, beschreibt Kraftfahrzeugtechnik-Chef Bohr dem interessierten Publikum in Ludwigsburg. Zu allererst steht für ihn ein Bekenntnis zum Standort Deutschland. Stagnation in Stückzahlen in Europa bedeute nicht auch Stagnation der Umsätze, wie der Bosch-Mann betont. Der Umsatz pro durchschnittlichem Fahrzeug in Europa liege für Bosch bei 800 Euro.

Ohne Erfolge in Asien werde man aber künftig nicht zur Weltliga der Zulieferer gehören. Schon heute finden 53 Prozent der Fahrzeugproduktion im Raum Asien-Pazifik statt. Dieser Markt werde weiter wachsen, wie Bohr betont “aber auch dort wachsen die Bäume nicht in den Himmel”, so der Bosch-Mann weiter.

Die Themenkomplexe, die aus den Märkten kommen, definiert Bohr wie folgt: In Nordamerika ist es die Emissionsreduzierung, in Südamerika die Themen Ethanol und Flexfuel, in Westeuropa die CO2-Reduktion, der Fahrspaß und die aktive Sicherheit sowie in Japan der Fahrkomfort und die Hybridisierung, in Indien und China die Kosteneffizienz sowie das Low-Price-Vehicle.

Eine Internationalisierung nur unter der Fertigungsbrille zu sehen, sei nicht das große Thema, wie Bohr erläutert. Entwicklungsstandorte aufzubauen laute die Herausforderung. Dafür bedarf es eines gewissen Fingerspitzengefühls, so Bohr. Man benötige Entwicklungsmitarbeiter, die echte Unternehmer seien. Menschen also, die Einfluss im Unternehmen haben.

Götz Fuchslocher