Bosch Jubiläum Gruppenbild

Prof. Dr. Hermann Scholl, Vorsitzender des Aufsichtsrats, und Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, begrüßen den baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Gala. - Bild: Bosch

Neben Bundespräsident Christian Wulff kamen zahlreiche Wirtschaftsbosse wie Daimler-Chef Dieter Zetsche, Linde-Chef Wolfgang Reitzle und Audi-Chef Rupert Stadler zu dem Festakt in Stuttgart. Unter den rund 2.000 Gästen waren am Donnerstagabend außerdem der frühere US-Außenminister Henry A. Kissinger und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Zunächst sah es so aus, als würde Bosch die ersten Jahre vielleicht gar nicht überstehen. “Es war lange ein böses Gewürge”, schrieb Firmengründer Robert Bosch. In diesem Jahr feiert der weltgrößte Autozulieferer sein 125-jähriges Bestehen.

“Das Unternehmen war der technischen Entwicklung seiner Zeit oft weit voraus, aber es hat sich nie auf diesem Vorsprung ausgeruht”, lobte Wulff in seiner Festrede. Bosch-Chef Franz Fehrenbach sagte: “Bosch hat eine kraft- und wechselvolle Geschichte – aber diese Geschichte ist nur so gut, wie sie fortgeschrieben wird.” Unternehmen wie Bosch müssten einen Spagat meistern. “Sie dürfen ihre Identität nicht auswechseln, müssen aber den Veränderungen auf ihren Märkten möglichst voraus sein.”

Eine große Herausforderung und Chance zugleich sieht der Manager in den kommenden Jahren im Umweltschutz. “Auch wenn die Staatenlenker auf ihren Gipfeltreffen grüne Drachen steigen lassen, die ökologische Kraftanstrengung findet in der Industrie statt”, sagte Fehrenbach. Umweltschutz setze mehr Technik voraus. “Die Ökologie müssen wir also nicht bloß mit unseren ökonomischen Interessen ausbalancieren – sie ist selbst ein Wachstumsmotor.”

Bosch Jubiläum

Winfried Kretschmann: Die Automobil- und Zulieferindustrie müsse alles dafür tun, um im Bereich alternativer Antriebe und nachhaltiger Mobilitätskonzepte eine Vorreiterrolle zu übernehmen. - Bild: Bosch

“Wie damals Robert Bosch, so erleben wir heute erneut eine besonders intensive Zeit des Umbruchs”, sagte Wulff. Es gehe um eine “neue industrielle Revolution”. Eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Energieversorgung sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Das Ziel eines Ausstiegs aus der Kernenergie und eines schnelleren Ausbaus der erneuerbaren Energien sei Konsens. «Wir sollten uns über den Weg dahin aber keine Illusionen machen. Eine saubere und sichere Energieversorgung wird ihren Preis haben.»

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann mahnte, die Automobil- und Zulieferindustrie müsse alles dafür tun, um im Bereich alternativer Antriebe und nachhaltiger Mobilitätskonzepte eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Robert Bosch (1861 bis 1942) hatte am 15. November 1886 mit seiner «Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik» den Grundstein für den heutigen Technologiekonzern gelegt. Der Enkel des Firmengründers, Christof Bosch, sagte: «Wenn Robert Bosch hier stehen könnte und Sie versammelt sähe, um 125 Jahre Bosch zu feiern, dann wäre er wohl glücklich.»

Stefanie Koller, dpa