Li-Tec-Gebäude

Die einzige Fertigung von Batteriezellen für E-Autos bei der Daimler-Tochter Li-Tec in Kamenz wird eingestellt. Zulieferer Bosch sieht langfristig dennoch Chancen, dass wieder eine Zellfertigung aufgebaut werden könnte. Bild: Li-Tec

Zuletzt hatte sich Daimler in Kamenz von dem Thema verabschiedet, weil diee Zellfertigung in Europa als nicht wirtschaftlich gilt.

“Es wird eine Zellproduktion in Europa geben, wenn die Nachfrage groß genug ist”, sagt auch Boschs Leiter E-Mobilität und Batterietechnologie, Joachim Fetzer, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. “Offen ist, wer diese aufbaut und betreibt.” Aktuell sehe man auch bei Bosch keinen Anreiz, in eine Zellfertigung zu investieren, so Fetzer. Das könne sich aber ändern: “Die Frage ist: Wann ist der richtige Zeitpunkt für Investitionen in eine Zellproduktion.”

Batterien gelten als der Schlüssel zum Erfolg für E-Autos. Sie sind nicht nur wesentlich für den Preis verantwortlich, sondern bestimmen auch die Reichweite. Während der E-Auto-Pionier Tesla in Nevada zusammen mit dem japanischen Lithium-Ionen-Spezialisten Panasonic aufbaut und bereits die ersten 62 Millionen US-Dollar investiert hat, wird Daimler die bislang einzige Zellfertigung in Deutschland im Laufe des Jahres einstellen. Die deutschen Hersteller sehen derzeit mehr Wettbewerbsvorteile in der Batterietechnologie, die auf den Zellen aufbaut. Daimlers Entwicklungsvorstand Thomas Weber sprach zudem jüngst von “Überkapazitäten” bei den Zellen und dass diese gegenwärtig in Europa nicht wirtschaftlich produziert werden könnten. Der Autokonzern hat erst vor wenigen Tagen Neueinstellungen für die Batteriefertigung in Kamenz angekündigt. Die Batteriezellen kauft Daimler zu.

fv