Brasilien, Rio de Janeiro: Zuckerhut

Wirtschaftlich kein Land in Sicht am Zuckerhut: Auch im Januar brachen die Absatzzahlen am Automarkt massiv ein. Bild: Archiv

Die Wirtschaft schwer in der Krise, die Politik heillos zerstritten, die Kreditzinsen bei 14,25 Prozent und dazu sorgt der Zika-Virus für höchste Verunsicherung unter der Bevölkerung. Die Rahmenbedingungen in Brasilien ließen für den Automarkt im ersten Absatzmonat des Jahres nichts Gutes erwarten und es kam noch schlimmer. Laut der jetzt von der nationalen Vereinigung der Autohändler Fenabrave veröffentlichten Zahlen, gingen die Neuzulasungen bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um 38,3 Prozent in die Knie, der Verkauf schwerer Nutzfahrzeuge brach sogar um 43,5 Prozent ein. Im vergangenen Jahr waren die Neuzulassungszahlen um 25,6 Prozent gefallen, in diesem Jahr erwartet IHS Automotive, dass der Autoabsatz auf rund 1,9 Millionen Einheiten fallen wird.

Die Autoindustrie treffen die schweren Probleme in einer Investitionsphase, auf der Produktionsseite drohen nun erhebliche Überkapazitäten. Kritisch ist die Lage vor allem im Bereich der Nutzfahrzeuge. Dort haben Hersteller wie General Motors und Daimler bereits im vergangenen Jahr Kündigungen in großer Zahl ausgesprochen, bei Daimler über 1.000. Der Vollzug wurde dann aber ausgesetzt, weil man abwarten wollte, wie sich die Lage entwickelt. Da keinerlei Besserung in Sicht ist, drohen nun spätestens ab Frühjahr harte Arbeitskämpfe.

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Frank Volk