Nach 25 Jahren kehrt Buick mit dem Opel-Zwilling Cascada in den USA auf den Cabrio-Markt zurück.

Nach 25 Jahren kehrt Buick mit dem Opel-Zwilling Cascada in den USA auf den Cabrio-Markt zurück. Bild: GM

In den 70er Jahren noch die absatzstärkste Volumenhersteller in den USA, war Buick in den USA tot und wurde von der GM-Führung zur Regionalmarke in China degradiert. Dort erlebte die Marke in den vergangenen Jahren eine neue Blüte und ist inzwischen Wachstumtreiber des Konzerns auf dem wichtigsten Automarkt der Welt. Beflügelt davon, erlebt Buick inzwischen auch eine Renaissance in den USA. Es ist dort fast schon hip, wieder Buick zu fahren. Erst vor einigen Wochen fiel die Entscheidung, das Kompakt-SUV Envision aus China in die USA zu exportieren. Auf der eben zu Ende gegangenen Detroit Auto Show wurde das Concept-Car Avista mit dem EyeOn Design Award ausgezeichnet und gehörte zum wohl meist bestaunten Auto der Messe.

Statement für das Wiedererstarken von Buick in den USA: Concept-Car Avista. Bild: GM

Statement für das Wiedererstarken von Buick in den USA: Concept-Car Avista. Bild: GM

Ist der Avista ein Fingerzeig auf die Zukunft, steht der Cascada für die Gegenwart. Das viertürige Cabrio hat einen wichtigen Auftrag: das Modell soll dabei helfen, das Image der Marke auf dem heimischen US-Markt neu zu definieren. Dass es sich bei dem Auto lediglich um einen umgebadgten Opel handelt, stört bei diesem Unterfangen nicht. Das Auto entspricht fast zu 100 Prozent seinem deutschen Bruder. Für die US-Version wurden insgesamt 600 Komponenten auf Bestimmungen und Geschmack des US-Markts angepasst. So hat der US-Cascada weicheres Gestühl mit einem ausgeprägteren Seitenhalt. Das Cockpit, auf das die Insassen schauen, unterscheidet sich nicht von der Ursprungsmodell. Angeboten wird der Cascada in den USA mit einem 200 PS 1,6-Liter Turbomotor – in der Opelvarinate sind es 170 PS. An den Markt kommt die Basisversion des Autos in den nächsten Wochen zu einem Preis ab 34.000 US-Dollar.

Vom Absatzvolumen werde der Cascada eher eine Nischenrolle spielen, meinen die Experten von IHS Automotive, was schon mal daran liegt, dass viersitzige Cabrios in Nordamerika allenfalls im Premiumbereich eine Rolle spielen, nicht aber im Volumensegment. Hier steht der Cascada allein auf weiter Flur. Die letzten direkten Konkurrenten in Gestalt des VW Eos und des Chrysler 200 wurden eingestellt. IHS erwartet in diesem Jahr beim Cascada eine Verkaufszahl von etwa 10.000 Einheiten in den USA.

Wichtiger als Stückzahlen sei für die Marke, dass mit dem Opel-Ableger in diesem Jahr eine “Modelloffensive” mit drei neuen Fahrzeuge erfolge, die sehr wichtig für die Neudefinition und der Marke in den USA seien. Auf den Cascada folgen noch die SUV-Modelle Envision und LaCrosse. Volumenstärkstes Fahrzeug dieses Trios dürfte mit rund 50.000 Einheiten der LaCrosse werden. Der Gesamtabsatz von Buick in den USA taxiert IHS 2016 auf knapp 261.000 Einheiten, 2017 auf 285.000 Einheiten.

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Frank Volk