Batterielieferant CATL

Als Lieferant von Batteriezellen auch bei deutschen Autobauern hoch im Kurs: CATL hat einen Großauftrag von Daimler erhalten. Bild: CATL

| von Frank Volk

Bei BMW ist CATL als Lieferant von Batteriezellen bereits dick im Geschäft, nun also auch bei Daimler. Wie Sabine Angermann, Bereichsleitung Einkauf und Lieferantenqualität für Rohmaterial und Strategie bei Mercedes-Benz, bei der Vorstellung des neuen Systems zur Sicherung der Nachhaltigkeit in der Lieferkette sagte, habe das chinesische Unternehmen einen „Auftrag in großem Umfang“  von Daimler erhalten. Wie groß dieser Umfang ist, konkretisierte die Managerin aber nicht. Der Auftrag dürfte sich im Wesentlichen auf die ab Ende 2019 kommenden Modelle der elektrischen EQ-Reihe beziehen.

Bereits seit einiger Zeit gibt es Gerüchte im Markt, dass CATL den Bau eines Batteriewerks für die Elektromobilität in Europa plant. Mit dem Auftrag von Daimler dürfte die Wahrscheinlichkeit weiter gestiegen sein.

Bei dem Gespräch in kleiner Runde im Mercedes-Werk Untertürkheim hob Renata Jungo Brüngger, im Vorstand der Daimler AG für Integrität und Recht verantwortlich, mit Blick auf die Elektromobilität die Notwendigkeit hervor, Transparenz in der Lieferkette zu schaffen und in Zusammenarbeit mit Zulieferern ein System zu etablieren, durch das man Menschenrechtsverletzungen frühzeitig entgegen treten kann. Hintergrund: das Vorkommen von Rohstoffen wie Kobalt und Lithium ballt sich vielfach in Entwicklungsländern mit schwierigen Arbeitsbedingungen. So werden etwa 60 Prozent des weltweiten Kobaltvorkommens im Kongo vermutet.  

Zuversichtlich zeigte man sich seitens Daimler bei dem Termin, dass die Beschaffung von Rohstoffen aus heiklen Ländern bald ein Ende hat. Wie Angermann sagte, arbeite man intensiv an Ersatzstoffen für Lithium und Kobalt und gehe davon aus, dass man diese ab 2025 nicht mehr benötige. Weitere Detail wurden nicht genannt.