ElringKlinger Fertigung

Die Zulieferer stecken in einem harten Wettbewerb zwischen scharf steigenden Qualitätsanforderungen, bei gleichzeitig deutlich anziehendem Kostendruck. - Bild: ElringKlinger

Das wurde bei der ersten Podiumsdiskussion beim China Congress deutlich.

Eigentlich müssten die Voraussetzungen am chinesischen Markt perfekt sein für Wachstumsstories im Zulieferbereich, mutmaßte Moderator Zhao Fuquan Dean eingangs der ersten Diskussionrunde beim China Congress.

Dem ist aber keineswegs so. Die Botschaft der Diskutanten von den Zulieferunternehmen Brose, Faurecia, Honeywell und Toyota Bushoku war einhellig: Die Zulieferer stecken in einem harten Wettbewerb zwischen scharf steigenden Qualitätsanforderungen, bei gleichzeitig deutlich anziehendem Kostendruck.

Hinzu kommt auf Seiten der lokalen chinesischen Hersteller vielfach noch ein fehlendes Verständnis für die Kostenstruktur der Zulieferer. So erinnerte Sam Xia, Vizepräsident der Sitzproduktion in China daran daran, dass sein Unternehmen zwar schon seit 20 Jahren in China ist, es aber Kontakte zu heimischen Automarken erst seit knapp zehn Jahren gibt und ein entsprechendes Verständnis für Preisgestaltung wie Prozessabläufe erst noch wachsen muss.

Die stark gewachsene Bedeutung des chinesischen Marktes, die Vielzahl an Standorten und der Umstand, dass nun auch chinesische Hersteller ihrerseits die Internationalsierung anstreben, hat zuletzt auch für deutlich steigende Lohnkosten gesorgt.

So rechnete William Tang, Präsident von Brose China, vor, dass nach Lohnstabilität in den vergangenen Jahren, nun mit einem Anziehen der Löhne um 15 Prozent gerechnet wird. Dieses Kostenplus müsse nun an anderer Stelle wieder eingespart werden. Womit sich die Katze in den Schwanz beißt: Die Qualitätsanforderungen der OEM steigen mindestens in dem Maß wie die Lohnkosten.

Frank Volk