Volkswagen China breit

Christian Klingler: ""Die Herausforderungen auf den schwierigen Weltmärkten, insbesondere aber die erheblichen Unsicherheiten in Europa, werden uns auch im zweiten Halbjahr maßgeblich begleiten." - Bild: VW

Der Dax-Riese lieferte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 2,91 Millionen Autos seiner Kernmarke VW-Pkw aus und damit 4,4 Prozent mehr als in der ersten Hälfte des Vorjahres. Das teilten die Wolfsburger am Dienstag mit.

Auch wenn das Niveau damit hoch bleibt, ließ jedoch das Tempo in jüngerer Zeit merklich nach. Und die Manager warnen schon vor den nächsten Monaten, in denen sie sich weiterhin vor allem wegen der Krise in Europa um ihr Geschäft sorgen. Die Aktie lag zuletzt wie der Markt rund ein Prozent im Plus.

Zuwachs liegt weit unter dem Vorjahrestempo

Mit nur 0,5 Prozent Wachstum für den Einzelmonat Juni stagnierte der Absatz bei der Kernmarke zuletzt. Hatte die Fünfmonatsbilanz Ende Mai noch 5,3 Prozent Verbesserung ergeben, kostete der Juni-Dämpfer nun fast einen ganzen Prozentpunkt. Allerdings hatte es VW im bisherigen Jahresverlauf auch schon einmal schlechter erwischt: Die Pkw-Kernmarke mit dem VW-Emblem musste nämlich im März sogar ein Absatzminus verkraften. Damals sanken die weltweiten Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent auf 532 400 Fahrzeuge.

Die aktuellen 4,4 Prozent Zuwachs zur Jahreshälfte wirken solide, liegen aber weit unter dem Tempo des Vorjahres, als das Absatzplus zur Halbzeit Ende Juni 2012 noch zweistellig ausfiel (10,2 Prozent).

China weiter top, Europa bleibt schwierig

Während auf dem wichtigsten Einzelmarkt China das Absatzplus bei fast einem Fünftel (19,4 Prozent) lag, betrug das Minus in Europa im ersten Halbjahr rund sieben Prozent. Das asiatische Riesenreich steht mit 1,17 Millionen VW-Pkw aus den ersten sechs Monaten inzwischen für gut 40 Prozent des globalen Verkaufs – entsprechend groß ist also die Stütze wenn es läuft, entsprechend groß aber auch die Abhängigkeit.

Einen Dämpfer mussten die Wolfsburger auch in den USA einstecken: Dort verkaufte Volkswagen im ersten Halbjahr mit 206 800 Pkw ein Prozent weniger Neuwagen. In Südamerika kamen die Autos der Marke Volkswagen ebenfalls schlechter an als im Vorjahr, vor allem in Brasilien sackten die Verkaufszahlen deutlich um sieben Prozent ab.

Europa gilt als zentraler Ertragsbringer

Mit Blick auf die nächsten Monate warnte Vertriebsvorstand Christian Klingler: “Die Herausforderungen auf den schwierigen Weltmärkten, insbesondere aber die erheblichen Unsicherheiten in Europa, werden uns auch im zweiten Halbjahr maßgeblich begleiten.”

Ende des Monats präsentiert der Konzern seine Halbjahresbilanz. Im ersten Viertel 2013 war bereits ersichtlich, dass VW merklich Federn ließ – vor allem wegen der Probleme in Europa, das als zentraler Ertragsbringer gilt.

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dpa/Guido Kruschke