Smog in China

Smog in China: Paradoxerweise beschert die dicke Luft über Chinas Städten den Autoherstellern derzeit einen Absatzboom. Bild: klange76/Fotolia.com.

Derzeit gibt es aufgrund der Luftverschmutzung in sechs Megacities Restriktionen bei der Neuzulassung von Autos. Neu in der Liste ist seit April Hangzhou, so Griffiths bei dem derzeit in Berlin stattfindenden IHS Forum (12.-14. Mai). In Hangzhou wurde die Zahl der für den Kauf eines Neuwagens notwendigen Lizenzen auf 80.000 Einheiten in diesem Jahr limitiert. Vergeben werden die Lizenzen teilweise im Losverfahren, wie in anderen Regionen sind Elektrofahrzeuge von den Zulassungsbeschränkungen ausgenommen. Griffiths rechnet damit, dass in den nächsten Monaten weitere chinesische Städte und Regionen die Zulassungszahlen begrenzen werden. Vor allem der jüngste Report der World Health Organization (WHO), in dem ein hoher Prozentsatz an jährlichen Todesfällen in direkten Zusammenhang mit der Luftverschmutzung gebracht wird, habe den Blick der Politiker auf das Thema gelenkt.

500.000 Einheiten durch “Panikkäufe”

Paradoxerweise beschert die dicke Luft über Chinas Städten den Autoherstellern derzeit einen Absatzboom. Grund: Gerade in Metropolen, in denen sich Restriktionen anbahnen, gibt es regelrechte Panikkäufe. Beispiel Tianjian: Nachdem es Anfang April Gerüchte gegeben hatte, dass die Regionalregierung Beschränkungen plane, war der Autoverkauf um über 30 Prozent nach oben geschossen. Örtliche Autohändler hatten großflächig damit geworben, dass nun die letzte Chance zum Autokauf bestünde. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche “Panikkäufe” laut IHS für ein Absatzplus von etwa 500.000 Einheiten gesorgt, in diesem Jahr dürfte deren Zahl noch darüber liegen, schätzt Griffiths.

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Frank Volk