BMW 5-er in China

In China rechnen die Autohändler mit einer anziehenden Nachfrage. weshalb sie ihre Bestände an Neufahrzeugen auffüllen. Inwieweitt von dem erwarteteten Aufschwung Premiummarken wie BMW (im Bild der 5er) profitieren, bleibt abzuwarten. . Bild: BMW

Laut aktuellen Zahlen der China Automobile Dealers Association (CADA) ist der Fahrzeug-Inventar-Index, der monatlich unter 1.000 authorisierten Händlern in China erhoben wird, von 50 auf 55,7 Prozent im September gestiegen. Bedeutet laut CADA: die Händler stellen sich aufgrund eines erwarteten Anziehens des Fahrzeugaverkaufs im traditionell starken Schlussquartal des Jahres mehr Neuwagen auf den Hof. Im Durchschnitt kamen die Händler sowohl chinesischer wie importierter Marken im September auf einen Fahrzeugbestand von 47 Tagen, bei chinesischen Marken waren es 61 Tage und bei den internationalen Marken 41 Tage. Interpretiert wird dass so, dass die Händler mit einem höheren Absatz heimischer Marken rechnen als mit dem Verkauf globaler Marken.

IHS Automotive geht allerdings weiter von einem stark fragmentierten Marktgeschehen aus. Nach Einschätzung der Marktexperten sollten durch die neuen Steuervorteile für Autos mit unter 1,6-Liter-Hubraum zunächst lokale Marken eher profitieren als beispielsweise die in der Regel stärker motorisierten globalen Hersteller und Premiummarken wie Mercedes-Benz, Audi und BMW. Entsprechend erwartet IHS im Oktober ein kräftiges Absatzplus, aber eben nicht über die Breite des Marktes.

Auch die positive Interpretation für die Erhöhung des Lagerbestandes ist zweischneidig. Einerseits ist da die von der CADA formulierte Erwartung eines anziehenden Autoverkaufs, auf der negativen Seite steht, dass gerade die Händler globaler Marken im Rahmen definierter Absatzziele gezwungen sind, sich Neuwagen auf den Hof zu stellen. Beispiel Jaguar Land Rover: die Auto-Bevorratung von durchschnittlich 95 Tagen ist dort nicht Zeichen einer erwarteten hohen Nachfrage, sondern Ausdruck von Schwierigkeiten, die Autos im geplanten Umfang los zu bekommen.

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Frank Volk