Great Wall H6 breit

Die Limousinen von Great Wall finden momentan kaum Abnehmer, die SUVs des chinesischen Herstellers sind jedoch beliebt. Im Bild: Der Great Wall Haval H6. Bild: Great Wall

Chinesische Autofahrer haben die Limousinen des heimischen Autobauers Great Wall Motor im ersten Halbjahr links liegen gelassen. Sie entscheiden sich stattdessen immer öfter für Fahrzeuge ausländischer Hersteller.

Entsprechend ging der Nettogewinn des Konzerns in den sechs Monaten um 3,3 Prozent auf 3,95 Milliarden Chinesische Yuan (rund 484 Millionen Euro) zurück. Der Fahrzeugabsatz sank um 6,5 Prozent auf 346.310 Einheiten, wobei die Verkäufe von Limousinen wegen des harten Wettbewerbs um 51 Prozent auf gut 53.000 Stück einbrachen. Hingegen legte der Absatz von SUVs um ein Fünftel auf 225.621 Stück zu.

Insgesamt dürften in China in diesem Jahr 23,8 Millionen Autos verkauft werden, 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr, schätzt der der Regierung nahe stehende Herstellerverband. Im Kommen sind dabei vor allem Fahrzeuge von Volkswagen, General Motors und Ford Motor. Im ersten Halbjahr 2014 sank der Marktanteil chinesischer Limousinen auf 22 von 28 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig legten die ausländischen Marken zu, denen wegen ihrer Qualität ein guter Ruf voraneilt.

Great Wall wird allgemein eine globale Expansion zugetraut, vorausgesetzt das Unternehmen kann Technologie und Konstruktion verbessern. Im ersten Halbjahr gingen die Exporte allerdings massiv um ein Drittel auf 28.848 Fahrzeuge zurück. Hauptmärkte sind Russland, Chile und Südafrika.

Technische Probleme mit Flaggschiff H8

Im Mai hatte der Konzern angekündigt, 2,1 Milliarden Yuan in ein Werk in Russland zu investieren, in dem jährlich bis zu 150.000 Fahrzeuge von den Bändern rollen sollen. Zur gleichen Zeit gestand das Unternehmen ein, zum zweiten Mal in weniger als sechs Monaten technische Probleme mit dem Flaggschiff, dem H8-SUV, zu haben. Eigentlich sollte das Fahrzeug belegen, dass Great Wall in der Lage ist, größere und teurere SUVs zu produzieren und sich so die Position als führender Autobauer in China sichern.

Am Freitag nannte das Unternehmen noch keinen Termin für die Einführung des H8. Man arbeite mit Hochdruck an den Problemen, hieß es nur.

Einen Gewinnrückgang hatte auch Wettbewerber Geely Automobile Holdings hinnehmen müssen. Mit 20 Prozent fiel er aber deutlich höher aus. Auch Geely litt unter einem deutlichen Rückgang der Nachfrage in China.

Deutlich besser lief es bei Brilliance. Der Partner von BMW profitierte von der starken Nachfrage nach Premiumfahrzeugen und steigerte seinen Gewinn im ersten Halbjahr vorläufigen Daten zufolge um 79 Prozent auf 3,63 Milliarden Yuan.

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Dow Jones Newswires / gp