Chinesische Flagge

Mit veränderten Richtlinien bei den Kaufanreizen für E-Autos reagiert China auf die Coronakrise und auf die reduzierte Kaufbereitschaft im Land.

| von Jonas Rosenberger

E-Auto-Käufer in China können künftig nur noch dann mit staatlichen Kaufprämien rechnen, wenn ihr Neuwagen umgerechnet maximal 39.500 Euro kostet. Das berichtet die Webseite Automobil Industrie. Ausgenommen seien Fahrzeuge mit Wechselakku. Eine Verschärfung der Förderungsrichtlinie gibt es auch bei der Reichweite eines E-Autos. So muss der elektrische Aktionsradius nun bei mindestens 300 Kilometern liegen. Bisher galten 250 Kilometer.

Andererseits gibt es eine kleine Lockerung gegenüber der ursprünglichen Planung. So sollten die Förderungen ab 2020 um 10 Prozent und in den Folgejahren zunächst um 20 Prozent dann um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gekürzt werden. Am 23. April wurde jedoch eine zeitliche Verschiebung dieser Maßnahmen bekanntgegeben. Nun werden die definierten Reduktionen erst ab 2021 anlaufen.

„Die chinesische Regierung reagiert mit den neuen Regelungen zum einen auf die Coronakrise und zum anderen auf die deutlich abgekühlte NEV-Kaufbereitschafft der der Kunden. Sie bleibt aber offensichtlich bei ihrem Bestreben, die lokale NEV-Industrie zu unterstützen und zwingt gleichzeitig die OEMs zur Preisanpassung. Sie werden einige Anstrengungen unternehmen, um ihre Modelle im förderungswürdigen Rahmen anbieten zu können“, sagte Jan Burgard, geschäftsführender Partner beim Beratungsunternehmen Berylls der Automobil Industrie.