Dieter Zetsche

Dieter Zetsche: "Ich habe natürlich den persönlichen Ehrgeiz, dass wir nicht bis 2020 an die Spitze brauchen, sondern schon während meiner eigenen Verantwortung deutlich nach vorn kommen. - Bild: Daimler

Daimler kann das Jahr mit einem Rekordabsatz beenden – doch die Konkurrenz fährt weiter vorneweg. Eine enttäuschende Entwicklung im Reich der Mitte trübt jedoch die Absatzbilanz der Schwaben für das Jahr 2012.

Zwar verkauften die Stuttgarter weltweit 1,42 Millionen Pkw und damit 4,5 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2011, wie der Konzern am Freitag mitteilte. In dem künftig wohl wichtigsten Automarkt China reichte es aber nur zu einem mageren Plus von 1,5 Prozent auf 196.000 Wagen – und damit deutlich weniger als bei der direkten Konkurrenz im Oberklasse-Segment.

Daimler läuft der Konkurrenz hinterher

Denn BMW wuchs schon bis November um fast 38 Prozent auf 296.000 Autos, die VW-Tochter Audi legte um knapp 31 Prozent auf mehr als 370.000 Fahrzeuge zu.

Trotzdem zeigte sich Daimler-Chef Dieter Zetsche zufrieden: “Trotz des schwierigen Marktumfeldes in den südeuropäischen Ländern und zahlreicher Modellwechsel haben wir den Rekordabsatz des Vorjahrs übertroffen.” Allein in den USA legte der Verkauf im vergangenen Jahr um 11,8 Prozent zu. Die Vereinigten Staaten hätten Deutschland damit als größten Markt für die Marke Mercedes-Benz abgelöst. Zetsche erwartet, dass sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres 2013 fortsetzen wird.

Dafür muss Zetsche vor allem die Rentabilität der Ertragsperle Mercedes-Pkw wieder auf Kurs bringen, die ab 2013 dauerhaft eine Rendite von zehn Prozent abwerfen soll. Zuletzt war die operative Marge der Sparte von 8,0 auf 6,4 abgerutscht. Konkurrent Audi verdient fast doppelt so viel.

Daimler-Chef musste Jahresprognose kassieren

Darum kassierte Zetsche zuletzt auch die Prognose für 2012. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem operativen Ergebnis von ungefähr acht Milliarden Euro, was knapp neun Prozent weniger wären als im Vorjahr. Die Schwaben wollen mit einem milliardenschweren Sparprogramm gegensteuern.

Anschluß in China verzweifelt gesucht

Dagegen brach bei Daimler der China-Absatz im Dezember sogar um fast ein Fünftel ein. Mit einem eigenen China-Vorstand und der Zusammenlegung der zuvor getrennten zwei Vertriebsorganisationen will Daimler die Lücke zur Konkurrenz schließen.

Trotz des Rückstandes im bevölkerungsreichsten Land der Erde zeigte sich Konzern-Chef Dieter Zetsche mit der 2012er-Bilanz “sehr zufrieden” und ist optimistisch für das neue Jahr. Auch weil die neue A-Klasse in immer mehr Ländern verfügbar sein wird. “Das alles wird uns in den kommenden Monaten weiter Rückenwind geben”, sagte Zetsche. Bislang habe es 90.000 Vorbestellungen für den Kompaktwagen gegeben. Die neue B-Klasse verkaufte sich bereits so gut wie in keinem Jahr zuvor.

Bis 2020 wollen die Schwaben an die Spitze der Oberklasse

Rettungsanker für Daimler war vor allem der sich schnell erholende US-Markt: Hier legten die Stuttgarter mit ihren Marken Mercedes-Benz und Smart 2012 um knapp 12 Prozent zu. Dagegen stagnierte der Absatz in Westeuropa, wo die Nachfrage durch die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise im vergangenen Jahr kräftig eingebrochen war. Bis 2020 will Daimler an Audi und BMW vorbeiziehen und zur Nummer eins in der Oberklasse werden.

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dpa/Guido Kruschke