Ferdinand Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer: "In China legten die deutschen Premiumhersteller im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent zu." - Bild: dpa

Sie verkauften mit insgesamt 959.000 Neuwagen so viele Autos wie in keinem anderen Markt der Welt. China übertrumpfte damit beim Absatz der deutschen Nobelmarken die Märkte in Deutschland und den USA. Das geht aus einer Untersuchung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen hervor, die der dpa am Sonntag vorlag.

Im Heimatmarkt Deutschland, der 2012 insgesamt leicht im Minus lag, kamen die deutschen Premiumhersteller demnach auf 882.000 neu zugelassene Wagen, in den USA auf 837.000 Fahrzeuge. In China legten die deutschen Premiumhersteller im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent zu, in den USA um 15 Prozent. In Deutschland dagegen stagnierte der Absatz.

Chinas Automarkt gewinnt weiter an Bedeutung

Die Bedeutung des boomenden Marktes China nimmt in den nächsten Jahren noch zu. 2013 erwartet Dudenhöffer für die deutschen Oberklasse-Hersteller einen Sprung auf dann mehr als eine Million Neuwagen in China.

Zum Vergleich: 2005 lag der Gesamtabsatz von BMW, Mercedes & Co in China laut Untersuchung noch bei 104.000 Fahrzeugen. Seitdem haben sie ihre Verkäufe in China pro Jahr um durchschnittlich 37 Prozent gesteigert.

China wächst, Europa bricht weiter ein

BMW, Audi und Daimler hatten 2012 ebenso wie der VW-Konzern neue Rekorde beim weltweiten Absatz aufgestellt. Die deutschen Nobelhersteller haben damit vor allem von der ungebrochenen Nachfrage nach teuren Autos in China und den USA profitiert.

Im Vergleich dazu haben es Massenhersteller wie PSA, Renault, Fiat oder Opel, die von der Entwicklung in Europa abhängig sind, derzeit schwer. Der Markt in der EU ist drastisch zurückgegangen, vor allem in den Krisenländern in Südeuropa.

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dpa/Guido Kruschke