BMW China breit

Die chinesische Konjunktur flaut zwar leicht ab. Das Markenbewusstsein der Chinesen wächst aber. Deshalb können Premiumautobauer wie BMW weiterhin hohe Wachstumsraten vorweisen. Bild: BMW Group

Am weltweit größten Automobilmarkt China gerät die bislang starke Nachfrage etwas ins Stocken. Schuld sind strengere Umweltvorschriften sowie ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum.

Der von der Regierung unterstützte Verband der Automobilbauer hat daher die Prognose zum Absatz in China in diesem Jahr nach unten revidiert. Er sieht die Verkäufe nun bei 23,8 Millionen Stück, 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Januar hatte der Verband noch eine Zunahme um bis zu 10 Prozent vorhergesagt.

Die ausländischen Hersteller liegen in China allerdings weiter gut im Rennen. Sie profitieren davon, dass der wachsende Wohlstand in dem Land mit einem stärkerem Markenbewusstsein einhergeht. Zudem bemühen sie sich darum, den Bedarf auch in etwas ärmeren Regionen zu decken. Volkswagen setzte in den ersten sechs Monaten 18 Prozent mehr Fahrzeuge ab, General Motors brachte es auf ein Plus von 11 Prozent, während Wettbewerber Ford Motor einen Sprung um 35 Prozent meldete. Die japanische Toyota konnte bei den Chinesen 12 Prozent mehr Autos verkaufen.

Die im eigenen Land hergestellten Fahrzeuge lassen die Käufer immer öfter links liegen. Insgesamt lag der Marktanteil der chinesischen Marken am Pkw-Markt im ersten Halbjahr bei 38 Prozent nach 41 Prozent im Vorjahr.

Im ersten Quartal hat die Konjunktur in China an Schwung verloren. Mit nur 7,4 Prozent wurde das geringste Wachstum in 18 Monaten verzeichnet. Im vierten Quartal 2013 war die Wirtschaft noch um 7,7 Prozent gewachsen.

Vergleichsweise schwach war in den vergangenen Monaten auch die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen, vor allem nach Bussen und Lkw. Die Nachfrage nach diesen Nutzfahrzeugen reagiert sensibler auf eine Abkühlung der Konjunktur.

Im ersten Halbjahr sank der Verkauf dieser Fahrzeuge um 3 Prozent, im Vorjahr war er um 7 Prozent gewachsen. Insgesamt legte der Fahrzeugabsatz um 8,4 Prozent zu, nach 12 Prozent in der Vergleichszeit 2013.

“Sinkende Immobilienpreise und weniger Investitionen im Hausbausektor dämpfen die Nachfrage nach Lkw”, sagte Sa Boni, Analyst bei IHS Automotive. John Zeng von LMC Automotive führte zudem die strikteren Abgasvorgaben für leichte Nutzfahrzeuge an.

Der Pkw-Markt wächst unterdessen weiter mit prozentual zweistelligen Raten, allerdings nicht mehr so schnell wie bisher. Im ersten Halbjahr lag das Plus bei 11 Prozent, im Jahr zuvor waren es noch 14 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren hatte der Markt mit Raten von über 20 Prozent geglänzt.

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Dow Jones/gp