Baojun 560

Einer der Bestseller auf dem chinesischem Automarkt ist derzeit der Baojun 560. Bild: GM

Grund zur Sorge gibt es laut Einschätzung der Marktbeobachter von IHS nicht. Schließlich gelten Januar und Februar generell als eher müde Verkaufsmonate. Darüber hinaus kommt in der Volksrepublik noch eine Besonderheit im Januar dazu: Die Feiern zum chinesischen Neujahr. Die können gut und gerne eine Woche andauern, große Teile des Landes stehen in dieser Zeit still.

Trotz Feuerwerk, Drachen- und Löwentänze zog der SUV-Absatz im Reich der Mitte um gigantische 49 Prozent an. So waren die Sport-Utility-Vehicles wieder einmal die Hauptwachstumstreiber. Die Verkaufszahlen herkömmlicher Limousinen hingegen sackten um 9,1 Prozent ab.

Doch nicht nur bei den Fahrzeug-Segmenten gibt es Wachstumstreiber und Absatzbremser. Auch zwischen den einzelnen Regionen Chinas gibt es teils riesige Unterschiede. Starke Zuwächse bei den Verkaufszahlen verzeichnen die sogenannten Lower-Tier-Cities. Das sind Städte in denen nur wenige Haushalte über ein eigenes Auto verfügen. Logischerweise ist hier das Wachstumspotential höher als in Städten wie Shanghai oder Peking, wo der Motorisierungsgrad weitaus höher liegt.

Die Autokäufer in den Lower-Tier-Cities entscheiden sich häufig für Modelle chinesischer Hersteller. Laut IHS ist das auch ein Grund weshalb die China-OEMs ihren Absatz insgesamt um starke 25,4 Prozent steigern konnten. Landesweit konnten sie rund 750.000 Autos an den Mann oder die Frau bringen. Internationale Automobilhersteller verlieren hingegen Marktanteile. Die Verkäufe der koreanischen OEM-Geschwister Kia und Hyundai sind gar rückläufig.

Für das Gesamtjahr erwarten die IHS-Marktbeobachter ein Absatz-Wachstum von 5 Prozent – allerdings unter Vorbehalt. Kaufanreize der Regierung könnten schließlich für einen weiteren Schub sorgen.