Schlechte Noten beim CO2-Ausstoß: Die Fahrzeugflotten von Jaguar und Porsche blasen das meiste

Schlechte Noten beim CO2-Ausstoß: Die Fahrzeugflotten von Jaguar und Porsche blasen das meiste Kohlendioxid in die Luft. Bild: stockWERK - Fotolia.com

Die CO2-Emissionen der Autoflotten sinken zwar weiter, allerdings flacht sich die CO2-Reduzierungskurve trotz der Innovationsanstrengungen der Hersteller deutlich ab. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) auf Basis der CO2-Flottenemissionen im europäischen Leitmarkt Deutschland. Demnach fiel der CO2-Ausstoß zwischen 2009 und 2014 insgesamt um 12,8 Prozent auf jetzt 134,5 g CO2/100 km. Im ersten Halbjahr 2014 konnte der CO2-Ausstoß nur noch um 2,3 Prozent reduziert werden, während im Vorjahreszeitraum 2013 das Minus noch bei 3,8% lag (2012: -3,05%, 2011: -3,8%).

Die globalen Automobilhersteller stünden im Bereich CO2 und Antriebstechnologie am Scheideweg. Die Erfüllung der Klimaziele wird immer mühsamer und teurer, da der Grenznutzen der Optimierung von konventionellen Benzin- und Dieselmotoren sinkt. “Die notwendigen hohen CO2-Einsparungen sind jedoch zunehmend nur durch eine breite Elektrifizierung der Fahrzeugflotten erreichbar”, so Studienleiter Stefan Bratzel.

Auf der anderen Seite sind alternative Antriebstechnologien, vor allem die Elektrifizierung, bei vielen Herstellern im Vergleich zu herkömmlichen Antriebstechnologien meist noch teurer und teilweise erst in Ansätzen verfügbar. Das Damoklesschwert der CO2-Ziele 2020 und deren weiterer Verschärfung mache jedoch die breite Elektrifizierung der Flotten notwendig, die auch an der mangelnden Kundenakzeptanz scheitert. Diese werde jedoch nur steigen, wenn die Funktionalität der alternativen Antriebe deutlich verbessert wird und der Preis für Elektrofahrzeuge und (Plug-in)Hybride sinkt.

“Für die Hersteller bedeutet das die Quadratur des Kreises: Antriebsinnovationen mit hohen Kosten für die Entwicklung vorantreiben und gleichzeitig die Kosten und Endkundenpreise für die umweltschonende Antriebe senken. Nicht allen Herstellern wird dieser Spagat gelingen”, erklärt Bratzel.

CO2-Ausstoß der Flotten der Premium-Hersteller

Quelle: KBA, www.auto-institut.de

Die vorläufige CO2-Bilanz der Premiumhersteller in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild. Die höchsten CO2-Werte weisen Porsche und Jaguar mit 201 bzw. 183 g CO2/km auf. Sie konnten die CO2-Emissionen zwischen 2009 und 2014 zwar um 22 bzw. 15 Prozent reduzieren. Allerdings sinkt seit 2012 jedoch die Verminderungsrate, wobei sich bei Jaguar im ersten Halbjahr sogar die CO2-Bilanz wieder deutlich verschlechtert.

Die zulassungsstarken Marken BMW/Mini, Mercedes-Benz/Smart und Audi sowie Volvo weisen mittlerweile CO2-Werte von deutlich unter 140 g aus. BMW (inkl. Mini) liegt mit 137,3 g CO2/km praktisch gleichauf mit Mercedes-Benz mit 137,4 (inkl. Smart, ohne Vans/Wohnmobile), knapp dahinter Audi 139,5 g (YTD 2014-06). Zwischen 2009 und 2014 konnte BMW die CO2-Emissionen um 12 Prozent, Audi um 15 Prozent und Mercedes sogar um 18 Prozent reduzieren. Besonders positiv hat sich Volvo mit einer Reduzierung von 23 Prozent und nunmehr 138 g CO2/km entwickelt. Lexus liegt in Deutschland sogar bei nur 128,5 g. BMW und vor allem Mercedes profitieren dabei von ihren kleinen Töchtern Mini und Smart: Während die geringeren CO2-Emissionen von Mini (130,9 g/km CO2) für den BMW Gesamtkonzern um knapp ein Gramm geringer ausfallen, reduziert sich bei Mercedes (inkl. Smart, ohne Vans) der CO2-Ausstoß dank Smart (96,4 g/km CO2) um hohe 4,2 Gramm.

CO2-Ausstoß der Flotten der Volumen-Hersteller

Quelle: KBA, www.auto-institut.de

Bei den Volumenmarken ist das Emissionsniveau noch einmal spürbar niedriger. An Position eins liegt unangefochten Toyota (inkl. Lexus) mit nur 118,7 g/km CO2, vor Peugeot (122,2) und Renault (inkl. Dacia) mit 123,6 und Ford mit 128,9 Gramm. Volkswagen liegt bei 132,4 Gramm (vgl. Abbildung 2). Die höchsten Rückgänge seit 2009 verbuchen Renault (inkl. Dacia) mit 20 Prozent sowie Peugeot und Volkswagen mit 15 Prozent. Während sich im Jahr 2014 (YTD 2014-06) bei den Franzosen (Peugeot:-2,5; Renault: -3,7%) der CO2-Verminderungstrend überdurchschnittlich fortsetzt, konnte Volkswagen dagegen nur noch recht geringe Verbesserungen realisieren (-1,1%).

Bei Hyundai und Fiat erhöhten sich im Jahresverlauf sogar die CO2-Emissionen. Dabei sticht insbesondere Fiat mit einer Steigerung von 5,2 Prozent gegenüber dem Gesamtjahr 2013 hervor. Auch in den letzten Jahren zeigt der Trend bei Fiat eher nach oben, was das grundsätzliche Ziel zur Senkung der CO2-Emissionen konterkariert und die Erfüllung der immer strenger werdenden EU-Vorgaben zunehmend schwierig erscheinen lässt.

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Andreas Karius/CAM