Elmar Degenhart

Elmar Degenhart: Auch für 2013 rechnet Conti trotz der düsteren Vorzeichen auf dem Heimatkontinent mit weiterem Wachstum. - Bild: Continental

Mit einem kräftigen Umsatzplus und einem zuversichtlichen Ausblick fürs laufende Jahr hatte Conti bereits Mitte Januar mit vorläufigen Geschäftszahlen für Furore gesorgt. Die Erlöse legten um 7 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro zu, die bereinigte EBIT-Marge kletterte von 10,1 auf 10,7 Prozent. Das würde einem bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern von 3,5 Milliarden Euro entsprechen – und damit einem Plus von etwa 15 Prozent.

Analysten rechnen mit Gewinnsprung

Die endgültigen Zahlen will Conti am 7. März bekannt geben. Dann werden die Niedersachsen auch ihren Nettogewinn verkünden, der nach den Schätzungen der von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Freitag befragten Analysten bei gut zwei Milliarden Euro liegen dürfte. Das wären fast zwei Drittel mehr als vor einem Jahr. Das EBIT schätzen die Analysten auf 3,3 Milliarden Euro.

Auch für 2013 rechnet Conti trotz der düsteren Vorzeichen auf dem Heimatkontinent mit weiterem Wachstum – wenn auch nicht mehr mit dem hohen Tempo von 2012. Der Umsatz soll um 5 Prozent auf über 34 Milliarden Euro steigen, die bereinigte EBIT-Marge dabei weiterhin oberhalb von 10 Prozent liegen. Dies deutet auf ein zumindest stabiles bereinigtes EBIT hin. Während die gute Entwicklung in den USA und Asien die Schwäche auf den europäischen Märkten 2012 abfedern konnte, erwartet Conti für das laufende Jahr nur einen leichten Anstieg der weltweiten Autoproduktion von 80 Millionen auf 82 Millionen Fahrzeuge bis 6 Tonnen Gewicht.

Verschuldung soll weiter sinken

Zusätzlichen Spielraum sieht der Konzern dank der zuletzt guten Geschäfte beim Abbau des Schuldenbergs, den Conti vor allem durch den Kauf der früheren Siemens-Autotechniksparte VDO angehäuft hatte. 2012 sollte die Verschuldung auf unter 6,5 Milliarden Euro sinken, im laufenden Jahr dürfte sie noch weiter gedrückt werden.

Mit Blick in die Zukunft will der Konzern mit seinen knapp 170.000 Beschäftigten vor allem die Antriebs-, Sicherheits- und Informationstechnik ausbauen. Hier sehen auch Analysten große Chancen: Gut aufgestellt sei das Unternehmen bereits bei der Emissionskontrolle, bei Fahrassistenz-Systemen sowie bei der Reduzierung von CO2-Ausstoß sowie Spritspar-Technologien, schreiben die Analysten von JPMorgan in einer aktuellen Studie. Der stärkere Fokus vieler Staaten auf Verkehrssicherheit biete gute Marktchancen für die Produkte von Continental.

Aufholjagd in der Reifensparte

Parallel soll aber auch die traditionelle Reifensparte vorankommen. Hier will Conti bis spätestens 2025 zum Trio der drei größten Hersteller der Welt (Bridgestone, Michelin und Goodyear) aufschließen. Zumindest das Winterreifen-Geschäft dürfte in der Saison 2012/2013 etwas besser gelaufen sein als ein Jahr zuvor, als Conti rund 20 Millionen Winterreifen verkauft hatte.

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dpa/Guido Kruschke