Elmar Degenhart breit

Conti-Chef Elmar Degenhart hatte die Erwartungen für das dritte Quartal ohnehin schon gedämpft. - Bild: Continental

Doch irgendwann müssen die Autofahrer einfach wieder neue Reifen kaufen – das gilt in der Branche als eine Art Naturgesetz, auf das sich auch Conti stützt. Erste positive Signale gab es jüngst vom Konkurrenten Michelin, der im dritten Quartal abgesehen von Osteuropa überall Zuwächse bei Pkw-Reifen erkennen konnte. Ein solcher Schub käme Conti mehr als gelegen. Am 7. November will der Konzern seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegen.

Hannoveraner warten auf Nachfrageschub

Neben den positiven Eindrücken von den Märkten hatte Michelin aber auch schlechte Nachrichten: Denn der starke Euro sorgte für einen heftigen Dämpfer. Zwar erwarten die Analysten der Commerzbank, dass die ungünstigen Wechselkurse Conti weniger stark zu schaffen gemacht haben als den Franzosen. Trotzdem dürften Währungseffekte auf den Umsatz gedrückt haben.

Conti-Chef Elmar Degenhart hatte die Erwartungen für das dritte Quartal ohnehin schon gedämpft: Zwar sollte der Umsatz höher liegen als vor einem Jahr (gut 8,1 Milliarden Euro) – aber voraussichtlich nicht viel mehr hergeben als die 8,54 Milliarden Euro aus dem zweiten Jahresviertel. Das hatte der Manager im August angekündigt. Und während die Lage auf dem Heimatkontinent instabil bleibe, könnte sich das Wachstum in Asien und Nordamerika im dritten Quartal zusätzlich abgeschwächt haben. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Dienstag befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 8,47 Milliarden Euro.

Damit müsste Conti sich zum Jahresende kräftig strecken und im Schlussquartal mehr als 8,9 Milliarden Euro erlösen, um das Umsatzziel noch zu packen. Statt “mehr als” erwarten die Niedersachsen bei den Erlösen inzwischen auch nur noch “rund 34 Milliarden Euro”. In den letzten drei Monaten des Jahres 2012 hatte das Unternehmen 8,1 Milliarden Euro Umsatz eingefahren.

Conti peilt operatives Ergebnis von zehn Prozent an

Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwarten die Analysten knapp 880 Millionen Euro. Entscheidend für die Prognose ist aber das bereinigte Ebit, hier rechnet etwa Equinet-Analyst Tim Schuldt mit 932 Millionen Euro – das wäre ein Plus von zwölf Prozent. Conti will zum Jahresende eine bereinigte Ebit-Marge von mindestens zehn Prozent erreichen. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet geht davon aus, dass der Konzern diese Vorgabe bestätigen wird.

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dpa/Guido Kruschke