Dr. Elmar Degenhart

Dr. Elmar Degenhart: Die gesetzten Ziele deutlich übertroffen. - Bild: Continental

„Wir haben 2010 mit einem Umsatzplus von fast 30 Prozent auf 26 Milliarden Euro unsere zu Jahresbeginn gesetzten Ziele deutlich übertroffen. In diesem Jahr streben wir nach einem gelungenen Start und angesichts einer Produktionsprognose von 75 Millionen Pkw weltweit einen weiteren Umsatzsprung um zehn Prozent auf mehr als 28,5 Milliarden Euro an“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt/Main.

Wie Conti bereits im November angekündigt hatte, konnte das Ergebnis des vergangenen Jahres wegen unerwartet hoher Zahlungen an das Finanzamt etwa durch steuerlich nicht verrechenbare Verluste in den USA und Deutschland mit Gewinnen in China oder Brasilien nicht mit der guten Geschäftsentwicklung mithalten. Mit einem Umsatz von 26,0 Milliarden Euro hatten die Hannoveraner nicht nur den Vorjahreswert um mehr als ein Viertel übertroffen, sondern auch ihr selbstgestecktes Ziel von mehr als 25 Milliarden Euro. Auch operativ legte Conti deutlich zu. Der Zulieferer steigerten seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Firmenwert der einstigen Siemens VDO im Vergleich zum Vorjahr auf 2,5 Mrd von 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Zwar belasteten Conti nach eigenen Angaben gestiegene Rohstoffkosten – alleine der Preisanstieg für Naturkautschuk schlug mit zusätzlichen 480 Millionen Euro zu Buche -, außerdem die Schließung der Lkw-Reifenproduktion in Hannover, weitere Abschreibungen auf den Kaufpreis der einstigen Siemens VDO sowie hohe Zinsen für Kredite und Anleihen. Dennoch meldeten die Hannoveraner eine bereinigte Rendite (EBIT-Marge) von 9,7 Prozent nach 5,9 Prozent im Vorjahr.

Continental FahnenDas Reifengeschäft erwies sich im vergangenen Jahr einmal mehr als verlässliche Einnahmequelle. Mit mehr als 20 Millionen verkauften Winterreifen weltweit fuhr Conti nach eigenen Angaben einen neuen Rekord ein.

Einen Etappensieg konnte Conti bei seiner schwächelnden Antriebssparte Powertrain vermelden. Sowohl im Schlussquartal als auch im Gesamtjahr 2010 habe die Division bereinigt operativ die Gewinnschwelle überschritten, erklärte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart. 2011 soll die Sparte, in der ein Großteil der 2007 übernommenen Siemens VDO aufging, beim bereinigten operativen Ergebnis schwarze Zahlen schreiben.

Erfolge konnten die Hannoveraner auch beim Schuldenabbau vermelden. Conti stand durch den VDO-Kauf Ende des Jahres 2009 noch mit knapp 8,9 Milliarden Euro bei den Geldgebern in der Kreide. Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung im Januar von gut 1 Milliarden Euro und Anleihen im Wert von 3 Milliarden Euro nutzte der Konzern zum Teil, um den Schuldenberg auf 7,3 Milliarden Euro abzuschmelzen. Damit hat Conti sein Etappenziel erreicht, die Schulden bis Jahresende 2010 deutlich unter die Marke von 8 Milliarden Euro zu drücken.

Dow Jones Newswires/Continental/fk