Mit Schwung in die Zukunft: Daimler investiert kräftig ins Sprinter-Werk Düsseldorf, im Gegenzug

Mit Schwung in die Zukunft: Daimler investiert kräftig ins Sprinter-Werk Düsseldorf, im Gegenzug fallen dort bis 2020 650 Jobs weg. Bild: Daimler

Mit dem 300-Millionen-Investment soll das Werk auf die nächste Sprinter-Generation vorbereitet werden. Wie der Autobauer bestätigt fließt das Geld unter anderem in die Modernisierung von Rohbau, Lackierung und die Montagelinien des Werks.

Zudem wird Düsseldorf zum Kompetenzzentrum für die weltweite Sprinterproduktion ausgebaut und übernimmt künftig die Führungsrolle für die globalen Produktionsstandorte für große Transporter. Experten aus Düsseldorf werden somit eine zentrale Aufgabe in der Entwicklungs- und Anlaufphase der Nachfolgegeneration des Sprinters übernehmen. Dazu werden beispielsweise bestimmte Querschnittsfunktionen aus Produktion, Engineering, Qualität und Logistik in Düsseldorf gebündelt. Auch in der Vorbereitung auf die nächste Modellgeneration kommt den Mitarbeitern aus dem Kompetenzzentrum Düsseldorf eine wichtige Rolle zu: Alle Prototypenfahrzeuge für die neue Baureihe werden in Düsseldorf gefertigt. Die Düsseldorfer Belegschaft wird gleichzeitig stark in die Planungen für das neue Modell einbezogen. So wird sichergestellt, dass die Arbeitsplätze noch ergonomischer gestaltet werden. Außerdem unterstützen die Experten künftig verstärkt Neuanläufe an den weltweiten Sprinter Fertigungsstätten mit ihrem Fachwissen, um eine einheitlich hohe Produktqualität über alle Standorte hinweg sicherzustellen.

Die jetzt getroffene Vereinbarung zwischen Unternehmen und Betriebsrat regelt auch die zukünftige Anpassung der Produktionskapazität. Dies war einer der strittigen Punkte, gab es in Düsseldorf trotz der bereits erfolgten Zusagen Befürchtungen, Daimler werde die Produktion schleichend in die USA verlagern, denn klar ist: Im Zuge der nächsten Sprinter-Generation wird ein zusätzliches Produktionswerk im NAFTA-Raum aufgebaut, welches die marktnahe Sprinter-Produktion für Nordamerika sicherstellen und damit Wachstumschancen eröffnen wird. Gleichzeitig wird mit der nächsten Sprinter-Generation – wie bei Modellwechseln üblich – ein Effizienzsprung realisiert, hinzu kommen weitere Effekte aus kontinuierlichen Effizienzverbesserungen.

sozialverträglicher Stellenabbau

Das hat Auswirkungen auf Düsseldorf: Im Lauf der nächsten Jahre werde die Belgeschaft in Düsseldorf um 650 Arbeitsplätze verringert. Laut der jetzt getroffenen Einigung soll der Abbau sozialverträglich erfolgen und über ein umfassendes Programm abgefedert. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der jetzt getroffenen Vereinbarung bis Ende 2020 in Düsseldorf ausgeschlossen. Das vereinbarte Konzept sieht freiwillige Ausscheidensvereinbarungen ab dem Jahr 2015 vor. Darüber hinaus wird die Belegschaft intensiv für die Einführung der Nachfolgegeneration des Sprinters weiterqualifiziert. Auch die Berufsausbildung im Werk Düsseldorf wird gestärkt und auf leicht erhöhtem Niveau fortgeführt. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass die aktuelle Fertigungstiefe sowie die Logistikfunktionen im Werk für die Laufzeit der Vereinbarung unverändert erhalten bleiben.

“Mercedes-Benz Vans verfolgt mit dem Erfolgsmodell Sprinter einen weltweiten Wachstumskurs. Aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir mit der nächsten Generation unseres Bestsellers in den Wachstumsregionen mit lokalen Fertigungsstandorten präsent sein”, sagte Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans. “Gleichzeitig investieren wir kräftig in neue Produkte und unsere deutschen Standorte. Mit der Vereinbarung in Düsseldorf haben wir eine klare Perspektive für die Mitarbeiter am Standort geschaffen. Wir haben gemeinsam einen konstruktiven Weg festgelegt, um die Kapazitätsanpassungen in Düsseldorf über einen langen Zeitraum gut zu organisieren und frühzeitig Klarheit für die Mitarbeiter am Standort zu schaffen”, so Volker Mornhinweg weiter.

„Die Düsseldorfer Beschäftigten haben mit dieser Vereinbarung klare Perspektiven und maximale Sicherheit erhalten. Das ist das, was wir mit Unterstützung der Belegschaft in den Verhandlungen erreichen konnten. Es ist für uns von zentraler Bedeutung, dass für einen langen Zeitraum Fremdvergaben und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Auch die beabsichtigte Senkung der Ausbildungszahlen haben wir abgewehrt und stattdessen eine Stärkung der Ausbildung erwirkt. Das ist ein wichtiges Zeichen, dass dieser Standort eine gute Zukunft hat”, zeigte sich Thomas Weilbier, Vorsitzender des Betriebsrats des Werks Düsseldorf, mit den getroffenen Vereinbarungen zufrieden.

Der Sprinter läuft seit 1995 im Werk Düsseldorf vom Band. Derzeit werden dort jährlich rund 150.000 Transporter gefertigt. Insgesamt sind im größten rund 6.500 Mitarbeiter beschäftigt.

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fv